Gebhard stellt klar: 'Nennen wir das Kind beim Namen: Es heißt jetzt X.' Für ihn ist das mehr als reine Kosmetik – hier wurde nicht nur das Logo ausgetauscht, sondern die gesamte Richtung. In den Augen des Republica-Mitgründers dominiert X mittlerweile als rechter Verstärker, als ein Ort voller Echokammern. 'Twitter ist verschwunden', betont er beinahe melancholisch. Auch für Republica sei das der Anlass gewesen, konsequent die Nutzung einzustellen. Gebhard empfiehlt allen, ebenfalls den Stecker zu ziehen. Ob X oder Trumps 'Truth Social' – beides sei gleichermaßen verzichtbar. Es sei praktisch unmöglich, die Propaganda durch Massen von Bots und gefälschten Konten auf X zu entkräften – dagegen anzutreten wirke schlicht aussichtslos.
Was den Umgang Jugendlicher und Kinder mit sozialen Medien betrifft, sieht Gebhard dringend politischen Handlungsbedarf. Nicht Eltern sollten mit diesen Herausforderungen allein gelassen werden. Alterskontrollen und Schutzmechanismen müssten gesetzlich beschlossen und als Voreinstellung auf Geräten verankert sein. Gegen pauschale Verbote sei er zwar skeptisch, aber eine Orientierung wie im Jugendschutz bei Games und Filmen halte er für sinnvoll.
Beim Thema Schulen und Digitalisierung regt Gebhard grundsätzliche Veränderungen an: Schluss mit der Abhängigkeit von iPads oder ähnlicher kommerzieller Hardware! Vom nördlichen Bundesland Schleswig-Holstein nimmt Gebhard sich gerne ein Beispiel – dort setzt man auf Open Source. Öffentliche Investitionen in Software sollten der Allgemeinheit zugutekommen: 'Public money – public code' ist das Motto. Die Vorstellung, dass Steuergelder auf dem Konto großer Tech-Konzerne landen, missfällt ihm. 'Warum lieber nicht offene Alternativen zu kaufen? Schulen könnten unabhängig und zukunftsfähiger agieren.'
Andreas Gebhard, Republica-Mitbegründer, hält X nach der Umbenennung und Musk-Übernahme für eine völlig andere Plattform, geprägt von problematischen Algorithmen und rechter Rhetorik. Er sieht keinen Sinn darin, dort gegen Falschinformationen und Bots zu kämpfen, sondern plädiert für einen klaren Schnitt. Bei Kinder- und Jugendschutz im Netz fordert er verpflichtende technische Voreinstellungen und sieht die Politik in der Verantwortung. Außerdem setzt er sich für Open-Source-Lösungen gerade im Bildungsbereich ein, um Unabhängigkeit zu sichern und Steuergelder effektiver einzusetzen. Laut aktuellen Medienberichten werden die Diskussionen um die Entwicklung und Regulierung großer Social-Media-Plattformen zunehmend hitziger, insbesondere vor dem Hintergrund sich rasch verändernder digitaler Infrastrukturen. Experten warnen vor den demokratischen Folgen der wachsenden Machtkonzentration weniger Unternehmen und empfehlen mehr Transparenz und Kontrolle durch die öffentliche Hand. Zudem zeigen neue Untersuchungen, dass insbesondere Kinder und Jugendliche unter den fehlenden Kontrollen und Filtermechanismen sozialer Netzwerke leiden und wünschen sich, dass der Staat Grenzen und Schutzfunktionen setzt.