Gegen Raúl Castro, einst unumstrittener Verteidigungsminister und später Präsident Kubas, wurde in den USA ein Strafverfahren eingeleitet. Ihm wird zur Last gelegt, an einer Verschwörung zur Tötung amerikanischer Staatsbürger beteiligt gewesen zu sein, außerdem Zerstörung eines Flugzeugs und Mord. Hintergrund ist der Abschuss zweier ziviler Maschinen im Jahr 1996 – nach Aussagen der US-Behörden soll Castro damals den Befehl dazu gegeben haben.
Interessant ist, dass die amerikanische Regierung damit einer Linie folgt, die sie auch schon beim venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro verfolgt hat: Anfang des Jahres wurde dieser nach ähnlicher Anklage mit einer militärischen Operation festgesetzt. Schon im März hatte Donald Trump angedeutet, Kuba stünde eine "freundliche Übernahme" bevor – wobei er offenließ, ob es nicht eher zu einem Zwangsregimewechsel kommen könnte.
Ob das tatsächlich passiert, bleibt natürlich offen. Was diese härtere Gangart aber für das ohnehin fragile Verhältnis zwischen den USA und Kuba bedeutet, steht auf einem anderen Blatt. Man fragt sich schon, was zur Abschreckung taugt – ehrlicher Dialog scheint es jedenfalls nicht zu sein.
Die USA ziehen Raúl Castro, Kubas ehemaligen Präsidenten, zur Rechenschaft: Vorgeworfen werden ihm unter anderem Mord und die Zerstörung ziviler Flugzeuge wegen eines Vorfalls aus dem Jahr 1996. Diese Entwicklung richtet sich gegen einen langjährigen Symbolträger des sozialistischen Staates und verschärft die ohnehin verhärteten Fronten zwischen Washington und Havanna. Hintergrundrecherchen zeigen, dass diese juristische Offensive ins Bild der Trump-Administration passt, die bereits mit drastischen Maßnahmen gegen andere lateinamerikanische Führer wie Nicolás Maduro von Venezuela vorging.
Zusätzliche Details: Dem kubanischen Staat wird laut US-Dokumenten seit Jahren vorgeworfen, gezielt Oppositionelle und Gegner im Ausland zu bedrohen. Die Anklage gegen Castro symbolisiert auch, dass Amerika mit seinem extraterritorialen Strafanspruch das Völkerrecht bis an dessen Grenzen dehnt – was international durchaus kritisch gesehen wird. Währenddessen gibt es in Kuba Proteste gegen die wachsende Repression, und Beobachter sehen die Beziehungen auf einem neuen Tiefpunkt.