Auf die direkte Frage, ob er Donald Trump im Präsidentenamt zu einem Krieg gegen den Iran geraten hätte, antwortet McMaster in einem Interview mit der "Zeit": "Ja, das hätte ich." Er beschreibt den Iran als ein Regime, das seinen Vorrat an Raketen und Drohnen stetig vergrößert und dieses Arsenal nutze, um sich gegen internationale Kontrolle abzuschirmen, während es zielstrebig versuche, Atomwaffen zu entwickeln. Eine Atommacht Iran – für McMaster undenkbar, wenn auch für andere vielleicht eine ambivalente Vorstellung. Was mir auffällt: In seiner Argumentation wechselt er häufig zwischen sachlicher Analyse und beinahe pathetisch anmutendem Alarmismus – vielleicht auch, weil die Realität rund um die Machtverhältnisse am Golf nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Kalkül verteidigt wird.
Auffällig sind auch McMasters Einschätzungen zur Lage im Persischen Golf: Er glaubt, die USA könnten die Seeblockade der Straße von Hormus – eine Nadelöhr für die globale Ölversorgung – jederzeit aufheben, sofern sie den ernsthaften Willen dazu hätten. Die derzeitige Lähmung erklärt er mit Zögern auf amerikanischer Seite, nicht mit militärischer Überlegenheit der Iraner.
Mit Blick auf aktuelle politische Schlagabtäusche, insbesondere die von CDU-Chef Friedrich Merz angestoßene Diskussion, US-Präsident Trump sei durch das Regime in Teheran brüskiert worden, rät McMaster: Mit harscher Trump-Kritik gehe man politisch einen gefährlichen Weg. Das ist – man kann es auch als Streicheln des eigenen politischen Lagers sehen oder als warnenden Fingerzeig.
Ein Nachsatz: McMaster selbst gilt in Washington als ziemlich unabhängig – das Verhältnis zu Trump war zerrüttet. Heute arbeitet er bei einem Think Tank (Hoover Institution), was ihm vermutlich Gelegenheit gibt, seine Perspektive frei von Regierungszwängen darzulegen.
H.R. McMaster, der frühere nationale Sicherheitsberater der USA, spricht sich klar für eine energische militärische Reaktion gegen Iran aus. In verschiedenen Medien bekräftigte er, dass die iranische Entwicklung von Raketen und Drohnen Teil einer gefährlichen Strategie sei, um letztlich Atomwaffenfähigkeiten zu erlangen – das müsse aus Sicht des Westens verhindert werden. Die jüngsten Entwicklungen in der Straße von Hormus und die internationalen Spannungen rund um das iranische Atomprogramm verschärfen die Debatte weiter. Inzwischen warnen Experten aber auch vor den Risiken einer militärischen Eskalation: So berichten diverse Nachrichtenportale, dass ein direkter Konflikt schnell auf die gesamte Region übergreifen und unvorhersehbare Folgen – nicht zuletzt für die Energiepreise und die weltweite Sicherheitspolitik – haben könnte. Auch wird diskutiert, ob härtere Sanktionen statt militärischer Machtpolitik ein effektiveres Mittel seien, um Teheran zur Aufgabe seiner Nuklearambitionen zu bewegen. Bundeskanzler Scholz und die EU setzen bislang eher auf Diplomatie und lokale Abkommen, betonen jedoch, dass bei weiterer Eskalation auch weitere Maßnahmen denkbar sind.