Wenn man sich ansieht, wie Peking heutzutage agiert, bekommt man fast das Gefühl, das Ganze hat längst System: gezieltes, lang angelegtes und vielschichtiges Bemühen, Einfluss zu nehmen – nicht nur über klassische Spionagewege, sondern auch über Bildung, Wissenschaft, Unternehmen, Kultur; alles, was irgendwie einen Hebel bieten könnte. Kiesewetter wirft Deutschland in dem Zusammenhang vor, eine gewisse Sorglosigkeit oder, etwas schärfer formuliert, Naivität an den Tag zu legen, wenn es um Chinas hybrides Vorgehen geht. Es ist eine enorme Palette an Methoden, mit denen China operiert: von digitalen Angriffen über Industrie-Spionage bis hin zu Repressalien gegen chinesische Bürger im Ausland. Besonders beunruhigend ist, dass viele dieser Aktivitäten im Windschatten legitimer Kooperationen stattfinden, etwa in der Forschung oder durch wirtschaftliche Partnerschaften. Der CDU-Politiker hebt hervor, dass China gezielt auf Know-how in Hightech-Bereichen abzielt – alles, was irgendwie dual verwendbar sein könnte, also sowohl für zivile als auch militärische Zwecke tauglich.
Was fordern Politiker? Vor allem ein deutlicheres Bewusstsein für das Risiko, verbunden mit konkreten Maßnahmen: weniger Kooperationen, stärkere Kontrollen, notfalls sogar politische Konsequenzen wie das Überdenken von Partnerschaften und Einbestellungen von Botschaftern. Was das im Alltag in Universitäten und Firmen heißt? Wahrscheinlich mehr Bürokratie, mehr Argwohn – aber vielleicht ist das der Preis, den man am Ende zahlen muss, wenn man verhindern will, dass aus Naivität ein Sicherheitsrisiko wird.
Der aktuelle Spionagefall dient aus Sicht von CDU-Politiker Kiesewetter als Aufhänger für grundsätzliche Kritik an Deutschlands Umgang mit Chinas vielfältigen Einflussversuchen. Er sieht die Gefahr, dass Deutschland gegenüber Pekings Ausweitung hybrider Methoden – von wirtschaftlichem Druck über digitale Angriffe bis hin zu Forschungskooperationen – nicht ausreichend vorbereitet ist. Ähnlich urteilen viele Sicherheitsexperten, dass Peking in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Dual-Use-Technologien gezielt Wissen abschöpft, wobei speziell langjährige Forschungskooperationen sowie Investitionen in Hightech-Branchen ins Visier genommen werden; in Folge wächst die Debatte, wie demokratische Staaten auf solche unsichtbaren Angriffe reagieren sollen, wobei auch über die Rolle nationaler und europäischer Strategien diskutiert wird.
Recherchen ergeben, dass Deutschland zwar seine Nachrichtendienste weiter aufrüstet, dennoch aber immense Herausforderungen hat – beispielsweise ist es äußerst schwierig, einzelne Spionagefälle rechtssicher nachzuweisen. In einigen Berichten wird zusätzlich auf den Spagat hingewiesen: Einerseits gibt es in Forschung und Industrie ein starkes Interesse an China, andererseits wächst die Erkenntnis, wie sehr das Land auf ein Machtspiel zwischen Kooperation und Kontrolle setzt. Schließlich warnen Fachleute, dass sich hybride Bedrohungen nicht auf polizeiliche Maßnahmen reduzieren lassen, sondern ein gesamtgesellschaftliches Verständnis und eine schärfere Gesetzgebung erfordern.