Das Verteidigungsministerium betonte am Mittwoch, die Entwicklung bei den Personalzahlen der Bundeswehr mache Mut: Im April habe es einen regelrechten Schub an Neueinstellungen gegeben. Laut Sprecher seien die Bewerberzahlen mit zweistelligen Zuwächsen gegenüber dem Vorjahr auffällig gestiegen – insbesondere der Monat April sticht positiv heraus. Während die übliche Abwanderung im Frühjahr nun abgeschwächt sei, setzten sich die Neueinstellungen mit Nachdruck fort. Sollten die aktuellen Trends anhalten, könnten die personellen Zielvorgaben für 2024 und die folgenden Jahre tatsächlich erreicht werden. Allerdings – hier wich der Sprecher nicht von der Linie ab – bleibe die Entscheidung über eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht eine politische Frage, die das Ministerium nicht allein bestimme: Sollte sich die Sicherheitslage zuspitzen oder der geplante Aufwuchs ins Stocken geraten, wäre ein größerer gesellschaftlicher und politischer Prozess unausweichlich. Bis Ende April wurden knapp 3.700 neue Soldaten eingestellt, die Zahl der Gesamtbewerbungen lag mit rund 28.800 sogar gut 21 Prozent höher als im Vorjahr. Die Bundeswehr verfolgt weiterhin das Ziel, die Truppenstärke in den kommenden zehn Jahren auf 260.000 Mann auszubauen, parallel dazu die Reserve auf mindestens 200.000 zu verstärken. Im Vergleich: Noch liegt die Truppenstärke bei etwa 185.900.
Die Bundeswehr verzeichnet aktuell einen deutlichen Anstieg bei Personal und Bewerbungen, wozu offenbar attraktive Werbekampagnen und das wachsende öffentliche Sicherheitsbewusstsein beitragen. Trotz des positiven Trends wird im politischen Berlin weiter kontrovers diskutiert, ob eine Rückkehr zur Wehrpflicht perspektivisch notwendig sein könnte – Befürworter verweisen auf geänderte sicherheitspolitische Rahmenbedingungen in Europa sowie auf die Konkurrenz um Nachwuchs in vielen Bereichen. Auch die Debatte um die Modernisierung der Truppe und die Vereinbarkeit militärischer Karrieren mit Familie und Gesellschaft spielt eine wichtige Rolle für die Rekrutierung; Details zu diesen Aspekten finden sich unter anderem in aktuellen Beiträgen der taz, der FAZ sowie der Süddeutschen Zeitung.