Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler am 20. Juni: Graz wird zur Werkstatt

Im Juni verschmilzt die Stadt Graz mit dem Duft von Holz: Denn aus allen Winkeln Österreichs reisen die talentiertesten jungen Tischlerinnen und Tischler an, um beim großen Bundeslehrlingswettbewerb zu zeigen, was sie können.

heute 15:34 Uhr | 2 mal gelesen

Graz ist am 20. Juni viel mehr als bloß Landeshauptstadt: Die Messehalle bebt – und zwar im Takt von Sägen, Schleifmaschinen und dem unnachahmlichen Geruch frischverarbeiteten Holzes. 45 angehende Tischlerinnen und Tischler treten in einen freundschaftlichen Konkurrenzkampf, dessen Ausgang offen ist. Wer sich konzentriert, präzise und mit einem Hauch Kreativität an die Aufgabe wagt, hat die Chance auf den begehrten Spitzenplatz. Bewertet wird mit Argusaugen: Passt das Maß? Ist die Oberfläche glatt wie Seide? Und hält das Werkstück, was die Optik verspricht? Wer ein Faible fürs Handwerk hat, kann – nicht ganz alltäglich – beim Wettschaffen zuschauen, von acht bis mittags. Doch auch, wer nur zum Spaß kommt, wird nicht enttäuscht. Beim 'Annageln' darf jede und jeder selbst testen, ob das Händchen für Werkzeug reicht oder ob vielleicht noch ein bisschen Übung nötig ist. Bundesinnungsmeister Gerhard Spitzbart fasst es nicht nur mit wohligem Stolz zusammen: 'Hier sieht man, wie hervorragend unsere Lehrlinge ausgebildet sind. Das ist Handwerkskunst in Reinform und Bekenntnis zur Zukunft.' Der Höhepunkt: Abends geht's für die Besten unter dem Applaus der Kolleg:innen feierlich auf die Bühne, wenn im Stefaniensaal die Sieger vergeben werden. Noch ein Satz von Bundeslehrlingswart Ludwig Weichinger-Hieden, der nachhallt: 'Für viele ist das ein Wendepunkt in ihrer Laufbahn – Motivation, Respekt und ein kräftiges Schulterklopfen vom ganzen Berufsstand.'

Der Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler findet am 20. Juni in Graz statt und bringt 45 Lehrlinge aus ganz Österreich zusammen, die an einem einzigen Tag ihr handwerkliches Geschick unter Wettbewerbsbedingungen beweisen. Bewertet werden Präzision, Oberflächenbearbeitung, Gestaltung und Funktion ihrer Werkstücke – Kompetenzen, die im späteren Berufsleben entscheidend sind. Das Rahmenprogramm lädt Besucher:innen zum Mitmachen und Staunen ein, während die Veranstaltung mit einer feierlichen Siegerehrung endet, die als wichtige Motivation und Anerkennung für den Nachwuchs betrachtet wird. Darüber hinaus ist die Förderung von handwerklicher Ausbildung in Österreich ein zentrales gesellschaftliches Anliegen, da Fachkräfte Mangelware sind und die Nachfrage nach gut ausgebildeten Tischlerinnen und Tischlern konstant bleibt – jüngst wird auch seitens der Politik mit neuen Ausbildungsinitiativen reagiert, um Handwerksberufe attraktiver zu machen. In vielen Regionen Österreichs erlebt das traditionelle Handwerk eine kleine Renaissance, nicht zuletzt, weil Nachhaltigkeit und Regionalität wieder stärker gefragt sind. Auch Jugendliche zeigen zunehmendes Interesse an kreativen, handwerklichen Berufen, wie Statistiken und Stimmen aus dem Gewerbeverband bestätigen.

Schlagwort aus diesem Artikel