Joschka Fischer beim WDR Europaforum: Standhafte Überzeugung für Europa

Köln – Joschka Fischer macht sich für den europäischen Gedanken stark: 'Ich halte an der Idee Europa dickschädelig fest, denn die Alternative ist ein Rückfall in Nationalismus', erklärte der ehemalige Außenminister bei der re:publica in Berlin. Für die Zukunft der Jugend sei die europäische Verbundenheit unverzichtbar – ansonsten drohe ein Abschied von stabilen Perspektiven.

heute 18:25 Uhr | 3 mal gelesen

Louis Klamroth, bekannt aus der ARD-Talkrunde 'hart aber fair', hakte bei Joschka Fischer nach, ob die rot-grüne Bundesregierung damals Fehler im Umgang mit Russland gemacht habe. Fischer gestand, man habe die Sorgen der osteuropäischen Staaten und insbesondere der Ukraine schlicht zu wenig ernst genommen und sich dabei sogar eine gewisse Überheblichkeit geleistet – ein Eingeständnis, das bemerkenswert offen klingt. Fischer kam außerdem darauf zu sprechen, wie Europa im Ukraine-Krieg agiert. Er glaubt, dass Donald Trump von Putin regelrecht ausmanövriert werde – und gleichzeitig fehle den Europäern sowohl Zusammenhalt als auch Einfluss: "Ich wünsche mir, dass Europa aktiver handelt, aber wir dürfen uns dabei keine Illusionen machen." Angesprochen auf Kanzler Friedrich Merz' Umgang mit Drohungen von US-Präsident Trump gegenüber dem Iran kritisierte Fischer die vorsichtige Wortwahl: "Es hätte glasklar gemacht werden müssen, dass die Vernichtung einer Zivilisation, sprich ein Atomkrieg, niemals akzeptabel ist." Das Gespräch lief unter dem Titel 'Suche nach dem Silberstreif – Europa und die Polykrise'. Joschka Fischer stellte dafür einige Kernfragen in den Raum: Was wäre Europa ohne den Euro? Wo stünde der Kontinent ohne gemeinsames Recht? Und was, wenn es nie eine einheitliche Verteidigungsstrategie gegeben hätte? Diese rhetorischen Fragen sind für ihn Hoffnungszeichen. Das Fazit scheint klar: Fischer setzt auf die junge Generation als Hoffnungsträger. Sie müsse den europäischen Weg fortsetzen und sich nicht von nationalistischen Ideen verführen lassen – ein nicht immer einfacher Appell. Das vollständige Interview und weitere Informationen sind in der ARD Mediathek zu finden.

Joschka Fischer bekannte auf dem WDR Europaforum, Fehler im Umgang mit Osteuropa und Russland gemacht zu haben; das Eingeständnis, osteuropäische Warnungen ignoriert zu haben, wird als Signal für selbstkritische Politik gewertet. Er sieht die Zukunft Europas in einer handlungsfähigen, einigen Gemeinschaft und fordert mehr Engagement gegen Nationalismus und Abschottung. Debatten über die Rolle der jungen Generation und den Erhalt gemeinsamer Institutionen wie Euro und Verteidigungsunion markieren eine zentrale Botschaft – ähnlich äußern sich aktuelle Stimmen aus Politik und Medien, die vor einem europäischen Rückfall in nationale Alleingänge warnen. Erweiterte Recherche ergeben: Gerade in den letzten Stunden wurden in mehreren deutschen Leitmedien Sorgen über wachsenden Populismus in Europa geäußert; auch der EU-Gipfel diskutiert derzeit Wege zu mehr politischer Geschlossenheit. Der Tenor: Auch wenn Differenzen zwischen den Mitgliedsstaaten unübersehbar sind, bleibt die Suche nach Schlagkraft und Zusammenhalt angesichts globaler Konflikte und geopolitischer Risiken für die EU essenziell.

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