Wall Street zieht kräftig an: Fed schließt Zinserhöhung nicht aus

Mit satten Kursgewinnen meldeten sich die US-Börsen am Mittwoch zurück – aber Anleger bleiben nervös wegen möglicher Zinsschritte.

20.05.26 22:40 Uhr | 1 mal gelesen

Am Mittwochabend ging es an der Wall Street ziemlich rund: Der Dow-Jones-Index kletterte auf 50.009 Zähler, das entspricht einem Plus von rund 1,3 Prozent gegenüber dem Vortag – schon bemerkenswert für so einen stattlichen Index. Der S&P 500 bewegte sich ähnlich dynamisch, legte auf etwa 7.433 Punkte zu (+1,1 %), und auch die Technologiewerte an der Nasdaq strebten nach oben: Der Nasdaq 100 sprang auf rund 29.298 Punkte, ein Gewinn von 1,7 Prozent. Zwischendurch schien fast so etwas wie Aufbruchstimmung in der Luft zu liegen. Warum? Viele Anleger warteten gespannt auf die Quartalszahlen von Nvidia – der US-Chiphersteller gilt derzeit als Barometer für die Kraft der Künstlichen Intelligenz in der Konjunktur. Über den eigentlichen Zahlen schwebte wie ein Damoklesschwert das FOMC-Protokoll der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve. Klar war nach erster Lektüre: Sollte die Inflation weiter hartnäckig über zwei Prozent verharren, sieht sich eine Mehrheit im Fed-Gremium zu strengeren Maßnahmen gezwungen. Sprich: Eine Zinserhöhung ist nicht vom Tisch. Gleichzeitig blieben die Unsicherheiten, gerade wegen der prekären Lage im Nahen Osten, ein gutes Argument dafür, zunächst an der aktuellen Politik festzuhalten. An den Devisenmärkten zeigte sich der Euro im Vorteil, stieg auf 1,1628 US-Dollar. Gold-Anleger hatten Grund zur Freude: Der Preis für eine Feinunze stieg kräftig auf 4.548 US-Dollar, also plus 1,5 Prozent – pro Gramm waren das 125,75 Euro. Für Öl jedoch ging es steil abwärts: Das Fass der Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich auf 105 US-Dollar, ein satten Rückgang um 5,6 Prozent zum vorherigen Tag. Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht?

Die US-Aktienmärkte präsentierten sich zur Wochenmitte ausgesprochen robust, getrieben sowohl von Hoffnungen auf Nvidia-Zahlen als auch den Erwartungen an die nächsten Fed-Entscheidungen. Auch wenn die Wall Street steil nach oben lief, bleibt die Nervosität über eine mögliche Zinserhöhung in den nächsten Monaten spürbar – zumal die Notenbanker trotz zurückhaltender Wortwahl ihre Bereitschaft signalisierten, bei einer hartnäckigen Inflation Zügel anzuziehen. Hinzu kam markanter Rückenwind für Gold und einen überraschend deutlichen Preisrutsch beim Öl. Neuste Medienberichte zeigen zudem, dass die Unsicherheit bei Zinserwartungen und Inflationsdaten weiter die Stimmung an den Märkten bestimmt. So gab es weitere Kursgewinne nach Signalen, dass die restriktive Geldpolitik allmählich das gewünschte Ergebnis zeigt, was Anlegern Hoffnung auf ein baldiges Ende steigender Zinsen gibt (vgl. Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung). Auch wurde diskutiert, wie die starke Abhängigkeit der Börsen von KI-Unternehmen das Risiko am Markt steigert; die Nvidia-Zahlen gelten deshalb als Gradmesser des Anlegervertrauens (vgl. Quelle: Zeit Online). Sowohl geopolitische Spannungen als auch der starke US-Dollar sorgten zuletzt für erhebliche Schwankungen – Gold dient vielen aktuell wieder als sicherer Hafen (Quelle: Spiegel Online).

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