Studie: Deutschlands Rüstungsbranche – US-Abhängigkeit trotz steigender Investitionen

Obwohl mehr Geld in die Bundeswehr fließt, bleibt Deutschland in Sachen Rüstungstechnologie weitgehend vom großen Bruder überm Atlantik abhängig.

21.01.26 06:49 Uhr | 3 mal gelesen

Eine Analyse des Handelsblatt Research Institute (HRI) hat – wenig überraschend, und doch besorgniserregend – herausgefunden: Die Bundeswehr verlässt sich vor allem bei Hightech-Waffen immer noch massiv auf amerikanische Zulieferer. Paradebeispiele gefällig? Der F-35 Tarnkappenjet, Tomahawk-Marschflugkörper, das vielzitierte Patriot-System – allesamt importierte US-Produkte, ohne die Deutschland im Zweifel ziemlich hilflos dastünde. Nun, die Bundesregierung will das ändern, oder zumindest lindern. Sie setzt auf frische Player wie das KI-Startup Helsing oder Isar Aerospace, die immerhin so engagiert auftreten, dass Deutschland heute weltweit auf Platz zwei bei den Verteidigungs-Startups liegt. Doch man sollte bei all den schönen Statistikspielereien nicht vergessen: Zwei Drittel solcher Startups sitzen immer noch in den USA – ebenso fast die Hälfte der 100 größten Rüstungskonzerne. Die USA pumpen eine Billion Dollar ins Militär, ein Betrag, der die gesamten Budgets von Deutschland, Frankreich und Großbritannien weit in den Schatten stellt. Und da fragt man sich schon, ob es ohne Uncle Sam je gehen wird. Na ja, vielleicht irgendwann – oder auch nicht.

Die neue Studie des HRI zeigt, dass Deutschlands Bundeswehr trotz wachsender Ausgaben noch immer in zentralen militärisch-technologischen Bereichen auf amerikanische Firmen angewiesen ist. Selbst mit Innovationsfreude und Kapital in Startups gelingt zwar ein Sprung auf Rang zwei der Welt, doch der technologische und wirtschaftliche Abstand zu den USA bleibt riesig. Nach aktuellen Medienberichten stellt die zunehmende US-Dominanz (vor allem durch Kooperationen wie die Beschaffung des F-35 oder Patriot) ein Dilemma für die Souveränität Europas dar, da sowohl politische Abhängigkeiten als auch Versorgungsrisiken im Krisenfall wachsen (vgl. u.a. aktuelle Einschätzungen auf tagesschau.de und faz.net).

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