Interessant, wie das Geld verteilt wird: Während die Militärausgaben weiter steigen, drohen die Budgets für Entwicklungszusammenarbeit und akute humanitäre Hilfe zu schrumpfen. Gerade auf dem Papier klingt das nach nüchternem Haushalt, aber wenn man genauer hinschaut, steht das im schroffen Gegensatz zur globalen Selbstverpflichtung, den Hunger bis 2030 zu besiegen. Es wirkt fast zynisch, bedenkt man, dass Krieg und bewaffnete Auseinandersetzungen zu den Hauptursachen von Hunger gehören. Die Zahlen, die die Welthungerhilfe vorlegt, sind keine kleine Randnotiz: Im Jahr 2024 verursachten Konflikte rund um den Globus über 20 Ernährungskrisen. Ungefähr 140 Millionen Menschen waren aktuell betroffen – und angesichts der Lage im Nahen und Mittleren Osten dürfte sich dieser trend noch zuspitzen.
Die neuesten Analysen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI geben dem Ganzen eine fast schon ironische Note: Der weltweite Handel mit schweren Kriegswaffen schießt in die Höhe, und Deutschland ist, was Exporte angeht, plötzlich an vierter Stelle – noch vor China. Während Europa immer mehr Panzer, Raketen und anderes Kriegsgerät importiert, bleibt für langfristige Armutsbekämpfung und Stabilität offensichtlich weniger übrig. Da stellt sich doch die Frage, welche Prioritäten wir setzen – und wohin das führen soll.
Die Warnungen der Welthungerhilfe treffen einen wunden Punkt der aktuellen Politik: Während die Bundesregierung Rüstungsausgaben weiter hochfährt, werden Entwicklungs- und Hilfsbudgets beschnitten – eine Entscheidung, die laut Experten wie Mathias Mogge gefährlich kurzsichtig sein könnte. Weltweit sind aktuell über 140 Millionen Menschen direkt von Hungerkatastrophen betroffen, und die Zahl droht angesichts anhaltender und neuer Konflikte weiter zu steigen. Zusätzliche Recherchen zeigen: Laut dem aktuellen Global Report on Food Crises ist die Zahl der Menschen, die akute Ernährungsunsicherheit erleben, in den letzten drei Jahren kontinuierlich auf Rekordniveau gestiegen – oft beschleunigt durch geopolitische Instabilität und gestörte Lieferketten infolge von Krisen und Kriegen. Auch Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen schlagen Alarm, weil Nahrungsmittelhilfen zunehmend Mangelware werden und insbesondere Kinder in vielen Regionen akut gefährdet sind. Die steigenden Waffenexporte – insbesondere aus Europa und Deutschland – stehen dabei in einem paradoxen Kontrast zu den Kürzungen im humanitären Bereich, was international zunehmend für Kritik sorgt.