Röwekamp stellt Trumps Iran-Drohungen infrage

Thomas Röwekamp (CDU), Chef des Verteidigungsausschusses, kann keinen echten Plan hinter Trumps jüngster Drohung, Brücken im Iran zu zerstören, erkennen.

heute 16:47 Uhr | 2 mal gelesen

„Mir erschließt sich keine klare Linie hinter diesen Drohgebärden“, meinte Röwekamp am Dienstag in einem Interview mit dem Fernsehsender Welt. Die aktuellen US-Ankündigungen, iranische Infrastruktur ins Visier zu nehmen, seien laut Röwekamp nicht mit den Nato-Partnern abgestimmt, schon gar nicht mit Deutschland. Er stellte klar, dass die Bundesregierung weiterhin massiv darauf setzt, die aktuelle Gewalt rasch zu beenden – und dass eine politische Einigung noch dringender nötig sei. Der Iran, so räumt Röwekamp ein, müsse allerdings einen Teil beitragen: Weder die Führung noch deren Verbündete dürften Angriffe nach außen oder gar in Richtung Israel und Europa unterstützen. Dass Trump mehrfach einen Austritt der USA aus der Nato ins Spiel bringt, beunruhigt Röwekamp persönlich wenig: „So schnell geht das alles nicht. Auch ein US-Präsident kann da nicht einfach den Stecker ziehen.“ Dieses forsche Auftreten sei inzwischen fast Alltag, findet Röwekamp. Die eigentlichen Vereinbarungen der Nato hätten aus seiner Sicht weiterhin Bestand. Auch eine Aufkündigung der Bündnistreue – wie sie etwa im Streit um Grönland durchklang – sei realistisch kaum vorstellbar: „Vertrag bleibt Vertrag, da habe ich wenig Zweifel, dass sich Amerika daran hält.“ Mal ehrlich – ganz frei von Restzweifeln ist wohl niemand, aber Röwekamp gibt sich zumindest nach außen hin gelassen.

Röwekamp äußert sich kritisch zu Trumps jüngsten Drohungen gegen den Iran und sieht darin weder ein fundiertes militärisches Kalkül noch irgendeine Absprache mit den wichtigsten Bündnispartnern. Die Bundesregierung plädiert unverändert für Deeskalation im Iran-Konflikt – ein Punkt, der sich auch in den jüngsten diplomatischen Bestrebungen Deutschlands widerspiegelt. Besonders in den letzten Tagen hat sich die Lage am Persischen Golf weiter zugespitzt, wobei nicht nur die nuklearen Ambitionen, sondern auch Drohnenangriffe und cyberkriegerische Aktivitäten Thema internationaler Beratungen waren. Laut aktuellen Medienberichten erhöhen vor allem wirtschaftliche Sanktionen sowie die wachsende Unsicherheit rund um die Präsidentschaftswahlen in den USA den Druck auf Teheran. Währenddessen debattiert Europa über seine eigene sicherheits- und energiepolitische Rolle: Viele Beobachter sehen die deutsch-französische Achse als Motor für Vermittlungen – allerdings bleiben die Fronten verhärtet.

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