Röttgen widerspricht Macrons Vorstoß zu Verhandlungen über Straße von Hormus

Norbert Röttgen, außenpolitischer Sprecher der CDU und Stellvertreter der Unionsfraktion, lehnt den Vorschlag von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ab, mit dem Iran über die freie Passage der Straße von Hormus zu verhandeln. Röttgen betont, das Schicksal des Krieges werde letztlich an der Kontrolle dieser Meeresstraße entschieden.

heute 13:02 Uhr | 3 mal gelesen

Der Gedanke, dass Iran über die gesamte Straße von Hormus bestimmen könne, ist laut Röttgen völkerrechtswidrig – etwas zu dulden, hieße, dem Regime faktisch eine umfassende politische und militärische Dominanz zuzugestehen. Macron fordert aus Röttgens Perspektive letztlich die Kapitulation des Irans in dem Moment, wo dieser ohnehin in tiefer Not steckt – etwas, was die iranische Führung naturgemäß strikt ablehnt. Nach Kriegsende, sagt Röttgen, müsse Deutschland jedoch eine Rolle spielen. Es ginge nicht, dass ein einzelnes Land wie Iran zwanzig Prozent der globalen Öl- und Gasversorgung quasi als Faustpfand halte – das liege nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern aller. US-Präsident Donald Trump dürfte seiner Bevölkerung einen eigenen Anteil Europas an der Verantwortung präsentieren wollen, zieht Röttgen als weitere Facette in Betracht. Militärisch sieht er ganz klar die USA am Drücker: Ohne amerikanische Sicherung werde die Region nicht befriedet. Doch die Golfstaaten würden nach dem Konflikt ihre Sicherheitsstruktur komplett neu ordnen, und für Deutschland bedeute das: Mehr Initiative. Für Trump – ohnehin unter erheblichem Druck daheim – sei das Ergebnis an der Straße von Hormus auch eine indirekte Messlatte für die globale Führungsrolle der USA. Schwächeln sie hier, könnte das weltpolitische Gewicht der Amerikaner nachhaltig leiden – was auch im Sinne Europas gewiss nicht akzeptabel wäre.

Röttgen kritisiert Macrons Vorschlag, mit Iran über die Zukunft der Straße von Hormus zu verhandeln, scharf und warnt davor, dem Land ein politisches Faustpfand an einer der zentralsten Seewege der Welt zu gewähren. Ihm zufolge stünde Deutschland künftig in der Verantwortung, gemeinsam mit anderen Staaten die Sicherheit dieses Gebiets mitzugestalten, wobei jedoch die USA weiter die Hauptrolle tragen müssten. Hintergrund ist die strategische Bedeutung der Öl- und Gastransporte durch die Straße und die Erwartung, dass die Weltgemeinschaft nicht tatenlos zusehen darf, wie Iran die Kontrolle darüber beansprucht. Weitere Details zu aktueller Entwicklung: In den letzten 48 Stunden spitzte sich die Lage am Persischen Golf weiter zu. Auch die EU-Außenminister betonten, dass die Freiheit der Schifffahrt für die Weltwirtschaft unverzichtbar sei und eine Lösung nur auf diplomatischem Weg tragfähig wäre. Gleichzeitig wird in Kommentaren westlicher Medien darauf hingewiesen, dass eine einseitige Anerkennung iranischer Kontrolle als Präzedenzfall für weitere geopolitische Konfliktlagen dienen könnte – was international auf erhebliche Vorbehalte stößt.

Schlagwort aus diesem Artikel