Ein kleines Gedankenspiel: Erinnern Sie sich an eine Welt, in der Pferde das Hauptmittel der Fortbewegung waren? Kaum vorstellbar – aber genau diesen Wandel prognostiziert Jay Leno jetzt für Benziner. Im Gespräch mit dem 'Spiegel' zieht er einen ziemlich augenzwinkernden Vergleich: Was früher das Pferd war, ist heute das Verbrennerauto – und morgen dann eben nur noch eine Art teures Hobby. Interessanterweise stammt dieser Zukunftsausblick nicht von irgendeinem hippen E-Auto-Befürworter, sondern von einem waschechten Autonarren. Leno besitzt sage und schreibe rund 400 Autos und Motorräder. Sein YouTube-Kanal über seltene Motoren ist fast schon legendär. Er liebt Benzingeruch – trotzdem sieht er rosige Zeiten für Stromer: „Am Ende geht’s ums Geld. E-Autos werden erschwinglicher, Benzin teurer – dann schwenkt die Masse um.“
Gerade deswegen hält er die Trump-Politik und auch den Kulturclash um Mobilität für rückwärtsgewandt. Ein Seitenhieb auf Elon Musk bleibt nicht aus: Dessen Politisierung habe Tesla und der E-Offensive mehr geschadet als geholfen. Musk, der sich zuletzt Trumps Lager angenähert hat, merkt Leno an, habe viele Kunden vor den Kopf gestoßen.
Jay Leno, leidenschaftlicher Sammler klassischer Automobile, nimmt kein Blatt vor den Mund: Für ihn ist klar, die Tage der Verbrennermotoren sind gezählt – zumindest als alltägliches Fortbewegungsmittel. Sein Vergleich mit dem Schicksal der Pferde ist mehr als eine Anekdote; technische, politische und wirtschaftliche Faktoren sprechen tatsächlich dafür, dass E-Mobilität bald dominieren könnte. Lenos Kritik zielt dabei vor allem auf konservative Bremser in den USA und auf das hitzige Klima, das um neue Mobilitätskonzepte entsteht. Interessant dabei: Laut aktuellen Berichten erleben E-Autos gerade einen leichten Nachfrage-Dämpfer in Deutschland, während China den Markt weiter mit günstigen Modellen befeuert (Quelle: FAZ, t3n). Auch Tesla kämpft aufgrund von Musks politischer Positionierung vermehrt mit Imageproblemen und Rückgängen im Verkauf, was nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Folgen zeigt (Quelle: Spiegel). In der EU schreiten derweil Pläne für ein geplantes Verbrenner-Aus zügig voran – ob die Politik allerdings die Akzeptanz in der Bevölkerung mitnehmen kann, bleibt offen.