Nach einer Phase intensiven Probierens, Testklicks und Feinschliff hat NOZ das digitale Assistenzsystem ‚frag noz‘ jetzt fest in ihr Nachrichtenportal eingebaut. Im Gegensatz zu den vielen anonymen KI-Lösungen draußen im Netz stützt sich ‚frag noz‘ auf ein eigens geprüftes Archiv der Redaktion – Antworten beziehen sich also ganz spezifisch auf das lokale Geschehen, nicht auf Halbwissen aus aller Welt. Wie Daniel Pleus, Leiter der KI-Innovation bei NOZ, hervorhebt, ist das Ziel vor allem: Nähe und Verlässlichkeit. Auch Louisa Riepe (Chefredaktion) sieht darin einen echten Schritt nach vorn – man wolle den Zugang zu eigenen Inhalten vereinfachen und Lesern handfeste Orientierungshilfe bieten, die sie im Alltag gebrauchen können. Man könnte sagen: Digitalisierung mal von der Nutzerseite her gedacht.
Dass das fertige System offensichtlich Wellen schlägt, beweist nicht zuletzt die Einladung zur Technologiekonferenz „Berlin Buzzwords“. Marcel Dokters, Data Scientist von NOZ Digital, wird dort über das Thema Vertrauenswürdigkeit im Kontext lokaler Nachrichten berichten. Die Teilnahme wurde in einem harten Bewerbungsverfahren ausgewählt – ein Fingerzeig, dass auch regionale Medien technische Vorreiter sein können. Louisa Riepe hatte die Strategie übrigens bereits bei größeren Mediengipfeln vorgestellt und plant weitere Insights für Branchenevents im europäischen Raum. Daniel Pleus sieht die Resonanz als echtes Kompliment – und als Aufruf, in regionale Innovation zu investieren.
Was machen die Nutzer in der Praxis? 30% der Anfragen drehen sich um klassische Lokalnews; weitere 15% helfen bei konkreten Alltagsthemen. Die Testphase bestätigt damit eindeutig das Bedürfnis des Publikums nach direkten, verlässlichen Lokalinfos – und offenbar füllt das KI-Tool eine lang bestehende Lücke.
Bislang läuft der Beta-Test ausschließlich browserbasiert. Feedback fließt laufend zurück in Entwicklung und Optimierung. Vielleicht nur ein kleiner Schritt für NOZ, aber ein ziemlich großer für den digitalen Lokaljournalismus.
Die NOZ/mh:n Mediengruppe bringt mit 'frag noz' ein eigenes KI-System an den Start, das strikt auf die lokalen Inhalte der Redaktion zugreift und sich so deutlich von ChatGPT & Co. mit ihren oft generischen Ergebnissen abhebt. Die Fachwelt würdigt diesen Ansatz: Auf der 'Berlin Buzzwords' darf sich NOZ mit ihrer lokalen KI-Lösung vor globaler Konkurrenz präsentieren – eine Seltenheit für regionale Medien. Nutzungsdaten belegen ein akutes Bedürfnis nach verlässlichen Lokalnews und konkretem Alltagswissen – der KI-Assistent trifft damit scheinbar einen Nerv.
Nach externen Recherchen verdeutlicht die aktuelle Berichterstattung, dass der digitale Wandel im Lokaljournalismus großes Medieninteresse weckt. In der taz wurde etwa über die Herausforderungen und Chancen von KI im Lokaljournalismus diskutiert, insbesondere hinsichtlich der Gefahr von Filterblasen und dem Schutz regionaler Orientierung (Stand: taz.de, 14.06.24). Die FAZ berichtete jüngst über eine deutliche Zunahme digitaler Services in deutschen Lokalzeitungen und stellte heraus, dass direkte Nutzerinteraktion und personalisierte Angebote wie bei ‚frag noz‘ als Zukunftsmodell gelten (Stand: faz.net, 15.06.24). Bei Spiegel Online wurde ein Interview mit einer Chefredakteurin veröffentlicht, in dem der Nutzen von KI im regionalen Nachrichtenbereich einerseits gelobt, andererseits aber auch der fortwährende persönliche Kontakt zwischen Redaktion und Lesern als unverzichtbar bezeichnet wird (spiegel.de, 14.06.24). Die Artikel belegen insgesamt eine zunehmende Vernetzung von Redaktion, KI und direkter Leserschaft als entscheidenden Trend.