Ich muss zugeben, die Zahlen haben mich zuerst ein wenig überrascht: Laut einer aktuellen Erhebung aus Köln, publiziert von IW und in mehreren Zeitungen behandelt, sind Iranerinnen und Iraner in Deutschland erstaunlich stark am Erwerbsleben beteiligt. Genauer gesagt, sind knapp 59 Prozent der etwa 162.000 Iraner im arbeitsfähigen Alter fest angestellt – ein Wert, der über dem entsprechender Gruppen, etwa afghanischer, irakischer oder syrischer Herkunft liegt (diese kommen auf rund 40 bis 44 Prozent).
Noch spannender ist, dass unter den berufstätigen Iranern ein sehr hoher Anteil über eine akademische Ausbildung verfügt: Über 43 Prozent haben ein abgeschlossenes Studium in der Tasche – damit setzen sie sich ziemlich deutlich von anderen ausländischen Beschäftigten ab (nur rund 20 Prozent!). Es würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn diese Bildungsbilanz zu den vergleichsweise hohen Gehältern beiträgt: Im Schnitt bringen es Iraner in Deutschland als Angestellte auf monatlich 3.528 Euro, während der Durchschnitt anderer Zugewanderter bei „nur“ 3.204 Euro liegt.
Beeindruckend ist auch das Level der ausgeübten Tätigkeiten: Über 73 Prozent arbeiten als Fachkräfte, und nochmal ein Drittel (fast 32 Prozent) sind sogar Spezialisten oder Experten. Zum Vergleich: Bei anderen Migrantengruppen liegen diese Werte jeweils deutlich darunter. Interessant: Auch iranische Frauen stehen im Jobleben ihren Mann – der Anteil erwerbstätiger Frauen (41 Prozent) ist sogar einen Tick höher als im Schnitt der anderen Nationen. Unterm Strich scheinen also viele Wege – etwa über Bildung – für iranische Migrant:innen besser in den deutschen Arbeitsmarkt zu führen.
Zu diesen Daten kamen die Forscher, in dem sie Befunde des Statistischen Bundesamts und weiterer Behörden angezapft haben. Was der Statistik oft nicht anzusehen ist: Hinter all dem stecken echte Menschen mit Geschichten und oft enormen Anpassungsleistungen.
Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kommt zu dem klaren Ergebnis, dass Iranerinnen und Iraner in Deutschland eine der erfolgreichsten Migrantengruppen hinsichtlich Arbeitsmarktintegration sind. Sie erreichen überdurchschnittliche Beschäftigungsquoten, verfügen zu einem großen Teil über akademische Qualifikationen und können dadurch vermehrt qualifizierte Tätigkeiten mit entsprechend höherem Einkommen ausüben. Zudem zeigen aktuelle Recherchen, dass viele iranische Migrantinnen und Migranten gezielt Weiterbildungen nutzen, um in spezialisierten Branchen – etwa IT oder Medizin – Fuß zu fassen.
Neue Artikel der letzten zwei Tage berichten außerdem, dass Änderungen in der Einwanderungspolitik und erleichterte Anerkennung ausländischer Abschlüsse diesen Trend weiter begünstigen könnten. In einigen Beiträgen wird auch auf die sozialen und politischen Hintergründe eingegangen: Viele Iraner, die zuletzt nach Deutschland kamen, waren bereits im Iran hochgebildet oder berufserfahren und bringen daher wichtige Fachkenntnisse mit. Umgekehrt gibt es Stimmen, die vor zu hohen Erwartungen warnen und darauf hinweisen, dass nicht jeder seine Qualifikationen sofort anerkannt bekommt – ein Thema, das weiterhin für gesellschaftliche Diskussion sorgt.