Streit um Entgelttransparenz: SPD-Frauen kritisieren Unions-Blockade

Mit scharfen Worten werfen SPD-Politikerinnen der Union vor, die überfällige Umsetzung der EU-Regeln zur Entgelttransparenz zu hintertreiben. "Das ist längst überfällig und kein Papierkram, der abgehakt werden muss, sondern eine Frage der Fairness und Gleichberechtigung", findet Carmen Wegge, Vorsitzende der SPD-Frauen.

heute 22:35 Uhr | 2 mal gelesen

Für Millionen Frauen in Deutschland wirkt das Verhalten der Union wie eine schallende Ohrfeige. Während die einen von "Bürokratiemonster" sprechen, sehen andere – so wie Carmen Wegge – hinter diesen Ausflüchten schlicht Unwillen, konkrete Vorschläge für eine moderate, alltagstaugliche Umsetzung zu berücksichtigen. Wegge bringt es auf den Punkt: Wer blockiert, nimmt in Kauf, dass Frauen weiterhin den Kürzeren ziehen, weniger Lohn, geringere Renten, größeres Armutsrisiko. Jasmina Hostert, frauenpolitische Sprecherin der SPD, setzt noch einen drauf: Der Gesetzesentwurf muss endlich kommen – Berlin solle sich nicht weiter drücken. Für sie ist das politisch nicht nur fahrlässig, sondern auch peinlich, gerade mit Blick auf die Chancen, endlich die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen kleiner zu machen. Kurzum: Es geht um mehr als Paragraphen. Es ist ein Signal, ob Gleichberechtigung hierzulande wirklich ernst gemeint ist. Und ja, Zeit ist ein kostbares Gut. Zu vertrödeln gibt es hier nichts mehr.

SPD-Politikerinnen werfen der Union vor, die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Deutschland hinauszuzögern oder gar zu verhindern. Sie betonen, dass Transparenz bei den Gehältern nicht unnötige Bürokratie sei, sondern ein wichtiger Hebel gegen ungleiche Bezahlung und Altersarmut – besonders für Frauen. Wie mehrere Medien gerade berichten, steht die Bundesregierung damit unter Zugzwang: Deutschland hätte die Vorgaben eigentlich schon bis Mitte Juni umsetzen müssen. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Größe, Lohnstrukturen offen zu legen und Diskriminierung aufzudecken; das betrifft viele Beschäftigte. Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen liegt aktuell in Deutschland noch immer bei rund 18 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mehrfach betont hat. Während die SPD auf zügige Reformen drängt, warnt die Union vor Überregulierung und erschwerten Bedingungen für Unternehmen. Kritisch kommentiert wird dabei auch die Frage, wie viel Transparenz wirklich ausreicht – und ob Symbolpolitik am Ende reicht. Die gesellschaftliche Debatte, ob und wie sich Gleichstellung tatsächlich verbessern lässt, bleibt daher weiterhin ein heißes Eisen.

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