SPD-Politikerinnen werfen der Union vor, die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Deutschland hinauszuzögern oder gar zu verhindern. Sie betonen, dass Transparenz bei den Gehältern nicht unnötige Bürokratie sei, sondern ein wichtiger Hebel gegen ungleiche Bezahlung und Altersarmut – besonders für Frauen. Wie mehrere Medien gerade berichten, steht die Bundesregierung damit unter Zugzwang: Deutschland hätte die Vorgaben eigentlich schon bis Mitte Juni umsetzen müssen. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Größe, Lohnstrukturen offen zu legen und Diskriminierung aufzudecken; das betrifft viele Beschäftigte. Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen liegt aktuell in Deutschland noch immer bei rund 18 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mehrfach betont hat. Während die SPD auf zügige Reformen drängt, warnt die Union vor Überregulierung und erschwerten Bedingungen für Unternehmen. Kritisch kommentiert wird dabei auch die Frage, wie viel Transparenz wirklich ausreicht – und ob Symbolpolitik am Ende reicht. Die gesellschaftliche Debatte, ob und wie sich Gleichstellung tatsächlich verbessern lässt, bleibt daher weiterhin ein heißes Eisen.