Es liest sich fast wie ein Politkrimi, was da gerade zwischen Kiew, Berlin und Brüssel in den Fluren geflüstert wird. Hofreiter, selten um klare Worte verlegen, hält den Rücktritt (oder besser: die Entlassung) Fedorows für einen Kniefall Selenskyjs vor den alten, nicht totzukriegenden Seilschaften der ukrainischen Militär-Bürokratie. „Fedorow war einer der wenigen, auf die kein Korruptionsverdacht fiel“, so ungefähr klingen Hofreiters Einlassungen – und er klingt, als könne er den Machtkampf kaum fassen. Interessant: Auch Boris Pistorius, seines Zeichens deutscher Verteidigungsminister, ließ fast schon freundschaftliche Sympathien für Fedorow durchblicken. In einem Schreiben (das wohl schnell die Runde in den Politblättern machte) bedauerte Pistorius Fedorows Ausscheiden und äußerte die Hoffnung, er möge wenigstens im Hintergrund weiterwirken. Dass die ukrainische Bevölkerung lautstark protestiert, ist fast folgerichtig. Zumindest fühlt es sich so an, als wäre dies nicht nur ein Personalwechsel, sondern eine alte, schlecht verheilte Wunde, die wieder aufreißt. Und das mitmitten im russischen Angriffskrieg, der alle ohnehin auf dem Zahnfleisch gehen lässt.
Im Zentrum der aktuellen Kontroverse steht die überraschende Absetzung von Mychajlo Fedorow, einem als integer geltenden Minister, was sowohl in der Ukraine als auch international für Kritik sorgt. Anton Hofreiter warnt, dass diese Entscheidung das Risiko birgt, alte korrupte Strukturen zu stärken, und fordert gemeinsam mit Stimmen aus der Bundesregierung eine Rückkehr Fedorows. In den Tagen nach der Entlassung kam es in der Ukraine zu Protesten, während auch westliche politische Führungspersonen die Entwicklung mit großer Sorge betrachten – einige Experten befürchten, dass die Entscheidung das ukrainische Reformvorhaben und das Vertrauen der Partnerländer beschädigen könnte. (Laut aktuellen Recherchen bleibt die Lage angespannt und viele Hintergrundgespräche deuten auf einen tiefen Riss in der Führung der Ukraine hin. Insbesondere westliche Medien greifen die Sorge auf, dass ein Rückschritt im Kampf gegen Korruption die gesamte Unterstützung für die Ukraine schwächen könnte. Zuletzt hat der Kreml die Verunsicherung für eigene Narrative genutzt, sodass die innenpolitische Diskussion inzwischen auch internationale Beachtung findet.)