Linke kritisiert Spahns Haltung zu Selbstbestimmung bei Elternschaft

Die Diskussion um Leihmutterschaft schlägt hohe Wellen: Jens Spahn (CDU) sieht sich wachsenden Vorwürfen der Doppelmoral ausgesetzt. Kathrin Gebel von den Linken nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und wirft Spahn ein problematisches Selbstverständnis bei Fragen rund um reproduktive Rechte vor – von Notfallverhütung bis Schwangerschaftsabbruch.

heute 00:02 Uhr | 1 mal gelesen

Der Vorwurf wiegt schwer: Während Jens Spahn für seinen Kinderwunsch auf eine Leihmutter in den USA zurückgreift – nicht zuletzt dank seiner finanziellen Ressourcen –, bleiben viele Hürden für andere bestehen. Die Finanzierung und Legalität bestimmen maßgeblich, wer Eltern werden darf. "Reproduktive Selbstbestimmung darf kein Luxus sein", so Kathrin Gebel und setzt noch einen drauf: In Deutschland muss eine Frau noch immer um ihr Recht auf Notfallverhütung oder Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft kämpfen – oftmals gegen politische Hürden, die Spahn selbst mitgeprägt hat. Ironisch, dass Spahn jetzt selbst einen Weg gesucht hat, das strikte deutsche Gesetz zu umgehen. Ihm und seinem Mann war nach langer Zeit der Kinderwunsch erfüllt worden – nur eben über die US-Leihmutterschaft. Die Heuchelei sehen viele Kritiker*innen, denn die CDU signalisiert seit Jahren klare Ablehnung gegenüber einer Öffnung der Leihmutterschaft.

Im Zentrum des Konflikts steht der Kontrast zwischen öffentlicher Politik und privatem Handeln: Jens Spahn, einst als restriktiver Gesetzgeber gegen die Liberalisierung reproduktiver Rechte aufgetreten, nutzte nun selbst die Möglichkeit einer Leihmutterschaft im Ausland. Die Linke kritisiert dabei die soziale Ungleichheit – während Mindermittelte weiterhin vor verschlossenen Türen stehen, verschaffen sich Privilegierte mit ausreichend Geld und Netzwerken alternative Wege. In aktuellen Medienberichten wird auch der gesellschaftliche Diskurs stark betont: Viele Stimmen fordern eine ehrlichere Debatte und neue gesetzliche Regelungen, die nicht an moralistischer Weltanschauung, sondern an tatsächlicher Gleichberechtigung und Selbstbestimmung orientiert sein sollten. Inzwischen sieht man, dass die Diskussion um Schwangerschaftsabbruch, Notfallverhütung und Leihmutterschaft immer stärker als Teil des Ringens um gesellschaftlichen Modernisierungswillen geführt wird.

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