„Bürokratieabbau soll Fortschritt ermöglichen, nicht sinnlos alles niederreißen“, meint Wildberger im Gespräch mit der 'Welt am Sonntag'. Die sich im politischen Sprachgebrauch einbürgernde Kettensägen-Metapher lehnt er ab – er will schließlich gestalten, nicht zerstören. Parallel dazu prüft Wildberger den Einsatz der geplanten EUDI Wallet als sicheres Mittel für den Altersnachweis in Sozialen Medien, insbesondere, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Technisch sei alles machbar, betont er, aber die Handhabung muss praktikabel bleiben – und das Erlebnis der User nicht unnötig verkomplizieren. Wichtig: Bei der digitalen Alterskontrolle soll nur gemeldet werden, ob jemand mindestens 18 ist, ohne private Details wie das genaue Geburtsdatum zu verraten. Langfristig setzt Wildberger darauf, Plattformen technisch kindersicher zu machen – und weniger auf harte Verbote. Doch: Solange effektive Schutzmechanismen fehlen, ist ein Zugangsstopp für Minderjährige denkbar. Ein weiteres Thema: Sein positives Verhältnis zum neuen Berater für Staatsmodernisierung Baden-Württembergs, Boris Palmer. Wildberger traut Palmer, den er aus früheren Tagen als durchsetzungsstark kennt, ein engagiertes Engagement für Modernisierung zu. Ein bisschen Hoffnung schwingt mit – vielleicht bringt Palmer ja frischen Wind. Zusammenarbeit auf Augenhöhe sieht Wildberger als zentral.
Wildberger, der als Bundesdigitalminister wichtige Weichen für Deutschlands Digitalisierung stellt, grenzt sich spürbar von übertrieben radikalen Methoden beim Bürokratieabbau ab – Mileis „Kettensägenvorgehen“ ist für ihn keine Option für nachhaltigen Fortschritt. Die EUDI Wallet könnte einen sicheren, unkomplizierten Altersnachweis in Sozialen Medien schaffen, wobei Datenschutz und Nutzerfreundlichkeit Priorität haben. Überdies signalisiert Wildberger Rückenwind für innovative Impulse durch Boris Palmer, der als Berater in Baden-Württemberg neue Wege der Modernisierung aufzeigen könnte.
Ergänzend hierzu wurde in aktuellen Medien (z.B. zeit.de, sueddeutsche.de) betont, dass EUDI Wallet auf EU-Ebene insgesamt kontrovers diskutiert wird, da Datenschutz, technische Umsetzung und Akzeptanz unter Nutzern noch längst nicht geklärt sind. Laut t3n.de ist zudem festzuhalten, dass die Debatte um Altersnachweis-Standards in Sozialen Netzwerken europaweit an Fahrt aufgenommen hat. Und: Wildberger wird in politischen Kreisen als Pragmatiker mit Pragmatik, nicht Populismus, wahrgenommen – der laute Kettensägen-Ansatz scheint ihm schlicht zu grob für das deutsche System.