Handwerkschefs loben Stopp für ständige Spritpreissprünge – aber mahnen Nachbesserungen an

Jörg Dittrich, oberster Vertreter des deutschen Handwerks, unterstützt den geplanten Riegel gegen tägliche Mehrfach-Preiswellen an Tankstellen – fordert aber zugleich mehr. Der Eingriff ist ihm zu zaghaft, die Ursachen für hohe Spritpreise sieht er tiefer.

heute 00:02 Uhr | 4 mal gelesen

Es klingt fast wie ein Seufzer der Erleichterung, wenn Dittrich zum Schritt der Wirtschaftsministerin Reiche Stellung nimmt: Endlich wagt sich jemand an die verrückten Preissprünge beim Tanken. Dittrich findet, dass das Verbot für mehrere Preisänderungen pro Tag die Konzerne nicht überfordern werde – kein Grund zur Schnappatmung also. Für Handwerksbetriebe, die tagtäglich mit Lieferwagen unterwegs sind, wird das Planen immerhin etwas einfacher; keine Überraschungen mehr von morgens bis abends an den Zapfsäulen. Trotzdem, und das betont Dittrich, sollte man nicht glauben, dass der Sprit jetzt auf wundersame Weise billig wird: Steuern, Abgaben und der Dollarpreis für Öl sitzen zu fest im Sattel. Das alles erschwert den Einfluss eines solchen Eingriffs auf die echten Kosten an der Pumpe. Aber: Im stürmischen Marktumfeld sendet der Vorstoß ein Signal, das immerhin die wildesten Preissprünge eindämmen könnte – ein kleiner Ruhepol im ewigen Auf und Ab. Was jedoch nicht vergessen werden sollte: Dittrich fordert die Politik auf, sich auch weiterhin hartnäckig mit den Strukturen des Tankstellenmarktes auseinanderzusetzen, denn nur so lässt sich das Problem an der Wurzel packen und vielleicht eines Tages wirklich lösen.

Die Reaktion des Handwerks auf die geplanten Preisregulierungen an Tankstellen ist überwiegend positiv, jedoch mahnt der ZDH-Präsident an, dass von der Maßnahme keine Wunder zu erwarten sind. Entscheidend für die Spritpreise sind nicht nur das Handeln der Konzerne, sondern auch staatliche Faktoren wie Steuern sowie internationale Einflüsse durch den Ölhandel. Die Forderung nach tiefergehenden Marktanalysen und kartellrechtlichen Überprüfungen findet in der Wirtschaft breite Unterstützung, denn Transparenz und faire Wettbewerbsbedingungen könnten die Preisdynamik längerfristig dämpfen. Aktuell berichten Medien, dass das OLG Düsseldorf eine Untersuchung zu Preisabsprachen bei Tankstellen eingeleitet hat, und die Bundesregierung prüft laut Wirtschaftsministerium weitere Markteingriffe. Viele Experten sehen jedoch auch die Rolle des Euro-Dollar-Wechselkurses und die Abhängigkeit von internationalen Märkten als zentrale Triebfeder der Preisentwicklung. In den letzten Tagen gab es zudem zahlreiche Berichte über steigende Energiepreise und die Folgen für kleine Unternehmen sowie Handwerker.

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