Die NDR-Journalisten Lennart Banholzer und Simon Hoyme haben für ihre ARD-Doku etliche Gespräche mit Flug- und Schiffskapitänen sowie Sicherheitsexperten geführt. Der deutsche Pilot Niklas Ahrens von der 'Vereinigung Cockpit' schildert, dass gestörtes GPS – also das allseits gefürchtete 'Jamming' oder 'Spoofing' – immer wieder für massive Fehlalarme sorgt. Viele Pilot:innen schalten Warnsysteme deshalb teilweise ab, obwohl damit ein wichtiges Sicherheitsnetz verloren geht. Gerade seit 2022 scheinen diese Angriffe zugenommen zu haben, beschreibt ein dänischer Pilot. Seine Kolleg:innen erleben auf Flügen ins Baltikum oder nach Finnland mittlerweile täglich gefährliche Navigationsausfälle.
Doch nicht nur am Himmel macht sich das bemerkbar: Auch der Seeverkehr ist betroffen. Magnus Winberg von der finnischen Akademie warnt ausdrücklich vor dem wachsenden Risiko von Kollisionen oder Havarien. Laut dem Royal Institute of Navigation könnte GPS-Jamming, das eigentlich gegen Drohnen im Kriegsgebiet gedacht ist, auch weit über diese Zonen hinaus tödliche Folgen haben – so wie wahrscheinlich beim Absturz einer aserbaidschanischen Passagiermaschine mit zahlreichen Todesopfern.
Sicherheitsexperte Nico Lange ordnet das Ganze als gezielte russische Militärtaktik ein: Es riecht nach hybrider Kriegsführung, sagt er, mit Blick auf mögliche militärische Operationen Russlands in Europas Nordosten. Lufthansa sieht trotz der Vorfälle die Sicherheit ihrer Passagiere noch als gewährleistet – betont aber ebenfalls die Schwere der Lage. Die russische Botschaft in Berlin streitet natürlich alles ab.
Die Doku „Unsichtbarer Angriff: Wie Russlands Störsignale Europa bedrohen“ läuft am 26. Mai spätabends im Ersten und steht bereits ab 23. Mai in der Mediathek zum Abruf bereit.
Russlands mutmaßliche GPS-Störungen im Ostseeraum sorgen für wachsende Sorgen bei europäischen Piloten und Seeleuten. Zahlreiche Quellen berichten, dass die Häufigkeit und Intensität solcher Signalausfälle, oft 'Jamming' oder 'Spoofing' genannt, seit Beginn der Ukrainekrise 2022 massiv zugenommen haben. Dies betrifft nicht nur die zivile Luftfahrt, sondern ebenso den Seeverkehr, der auf zuverlässige Navigation angewiesen ist. Die Gefahren sind konkret: Fehlfunktionen der Sicherheitssysteme und zunehmend riskante Manöver werden zunehmend zur Alltagserfahrung in Nord- und Osteuropa. Angesichts der geopolitischen Lage, in der Russland seine hybriden Taktiken immer weiter ausweitet, ist die europäische Sicherheitspolitik alarmiert und fordert Gegenmaßnahmen. Auf den Webseiten der deutschen und europäischen Medien werden zudem Vergleiche zu anderen hybriden Angriffsmethoden gezogen, insbesondere gegenüber digitalen Infrastrukturen und Kommunikationsnetzwerken. Übrigens: Erst im April 2024 veröffentlichte die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) einen Bericht, laut dem inzwischen weltweit über 3.000 dokumentierte GPS-Störungen vorliegen, wobei ein signifikanter Schwerpunkt auf Osteuropa liegt.