Mehr Engagement für globale Gesundheit: Hilferuf der Organisationen an die Bundesregierung

Vor dem Hintergrund drastischer Sparmaßnahmen bei der US-Entwicklungshilfe fordern christliche Hilfswerke die deutsche Politik eindringlich auf, bei der weltweiten Gesundheitsförderung nicht weiter zu sparen.

heute 00:12 Uhr | 4 mal gelesen

Mal ehrlich: Die abrupten Einschnitte bei USAID waren wie ein Paukenschlag, der weltweit nachhallt. Dagmar Pruin, Chefin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, moniert, die Weltgemeinschaft habe eine historische Gelegenheit bisher schlicht verstreichen lassen, enger zusammenzuarbeiten. Die deutsche Regierung, so fordert sie, könne das globale Gesundheitswesen nicht weiter sehenden Auges in die Krise rutschen lassen – ein deutliches Plus bei den Hilfsgeldern wäre aus ihrer Sicht nun Pflicht. Auch Oliver Müller von Caritas international schlägt Alarm: Durch das massive Wegbrechen wichtiger Geldquellen läuft der medizinische Fortschritt Gefahr, in alte Muster zurückzufallen. Krankheiten wie Masern, Polio oder Malaria, die gerade erst im Griff schienen, breiten sich wieder vermehrt aus – nicht zuletzt, weil Präventionsprojekte und Aufklärung langsam verschwinden. Die ehemalige Entwicklungsministerin Svenja Schulze bringt einen weiteren beunruhigenden Gedanken ins Spiel: Auch europäische Staaten, also nicht nur die USA, nehmen bei der Hilfe den Rotstift. Das sei, so Schulze, genau der falsche Weg – gerade weil vergleichsweise geringe Summen oft enorme Wirkung für die Schwächsten hätten. Anstatt zu kürzen, müsste man jetzt eigentlich aufstocken. Doch Politik und Realität – ein leidiges Kapitel?

Hilfsorganisationen wie Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international treten aktuell verstärkt an die Öffentlichkeit, um auf die drohende Verschlechterung der Gesundheitsversorgung weltweit hinzuweisen. Sie kritisieren die Kürzungen wichtiger Entwicklungshilfemittel, insbesondere nach dem Rückzug der US-Entwicklungshilfe, und fordern von der Bundesregierung eine substanzielle Aufstockung der Fördergelder. Die Organisationen warnen, dass der Rückzug von Finanzierung nicht nur Forschung und Impfprogramme bedroht, sondern auch zu einer deutlichen Zunahme vermeidbarer Krankheiten führt, während die humanitäre Hilfe weltweit an Wirkung verliert. Weitere Recherchen bestätigen diese Sorgen: Laut der taz führt die Kürzung von Geldern für globale Impfinitiativen zu sinkenden Durchimpfungsraten und erhöhten Krankheitsausbrüchen – viele Ärzte in Entwicklungsländern warnen vor einer gefährlichen Rolle rückwärts. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Bundesregierung mit einem neuen Gesetzespaket versucht, wenigstens einige Lücken im Bereich globaler Gesundheit zu schließen, was jedoch von NGO-Vertretern als unzureichend kritisiert wird. Die FAZ betont, dass Deutschlands internationale Rolle bei künftigen Gesundheitskrisen nur durch robuste Investitionen bewahrt werden könne, sieht aber angesichts des Sparkurses große Schwierigkeiten für weitere Unterstützung.

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