Die schockierenden Vorfälle um den Tod von Renée Nicole Good und Alex Peretti sorgen auch in Deutschland für Betroffenheit. Lars Castellucci, zuständig für Menschenrechtspolitik in Berlin, sagte gegenüber dem 'Tagesspiegel', jede staatliche Institution müsse an Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit gebunden sein – und das selbst in herausfordernden Situationen. 'Demokratien darf keine Angst machen, geltendes Recht entschlossen durchzusetzen', merkt er an, 'aber sie dürfen nie zu Einschüchterungsmaschinen ihrer eigenen Bevölkerung werden.'
Das erlittene Leid und die öffentlichen Bilder aus den Vereinigten Staaten erinnerten Castellucci an die Verantwortung, die Demokratien für ihr eigenes Wesen tragen. 'Menschenrechte – das ist kein schmückendes Beiwerk, sondern der Kern von Gesellschaft und Staatswesen', fügte er an, sichtlich bewegt. Angesichts der gesellschaftlichen Spannungen in den USA spricht er der amerikanischen Gesellschaft Mut zu, sich nicht in polarisierende Lager treiben zu lassen, sondern neue Wege zueinander zu suchen. Gerade jetzt, wo Misstrauen wächst, zeige sich, wie widerstandsfähig demokratische Systeme wirklich sind.
Die Bundesregierung fordert nach den tödlichen Schüssen von ICE-Beamten in Minneapolis eine unabhängige, transparente Untersuchung und pocht auf die Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien – gerade im Umgang mit Migration. Besonders heben deutsche Regierungsvertreter wie Lars Castellucci die Bedeutung von Menschenrechten hervor und mahnen eine verhältnismäßige Anwendung staatlicher Gewalt an. Laut Medienberichten gibt es seit längerem größere Debatten um die Arbeitsweise der US-Einwanderungsbehörde ICE, wiederholte tödliche Zwischenfälle und einen teils politisch aufgeladenen Diskurs über Grenzsicherung und innere Sicherheit in den USA. US-Behörden gaben an, dass die Ermittlungen im Fall Good und Peretti von externen Stellen begleitet würden, es besteht aber weiterhin Sorge über mangelnde Transparenz. In den vergangenen Monaten haben auch amerikanische Menschenrechtsgruppen neue Protestaufrufe gestartet; dabei wird immer wieder die Forderung nach einer grundlegenden Reform der US-Einwanderungspolitik laut.