Die CSU, traditionell ja ein Abschottungsmeister in Bayern, verlor ebenfalls rund 3 Prozent und kommt nach eigenen Angaben auf circa 122.000 Mitglieder. Und die SPD? Auch dort setzt sich der seit Jahren kaum gestoppte Sinkflug fort: Sie zählte Ende 2025 genau 348.451 Mitglieder, gut 2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Interessant: Vor gar nicht allzu langer Zeit, nämlich 2024, hatte die CDU der SPD den Rang als mitgliederstärkste Partei abgelaufen – und hält diesen Vorsprung bislang. Und mitten in diese Bewegung fiel die Bundestagswahl im Februar und die Kanzlerwahl von Friedrich Merz (CDU) im Mai. Hat das geholfen? Offenbar nicht. Zumindest, was die Anziehungskraft auf die „Basis“ angeht.
Die großen Regierungsparteien CDU, CSU und SPD verzeichnen weiter rückläufige Mitgliederzahlen. Während die CDU, nach einer kurzen Phase des Wachstums, wieder einen leichten Abschwung um zwei Prozent verbucht, setzen CSU und SPD ihre seit Langem anhaltenden Abwärtstrends mit jeweiligen Rückgängen von etwa zwei bis drei Prozent fort. Die Ursachen reichen von allgemeiner Politikmüdigkeit, sinkender Identifikation mit den Parteien bis hin zu gesellschaftlichen Veränderungen, die traditionelle Bindungen an Volksparteien weiter auflösen. Auffällig: Trotz Regierungsübernahme mit Friedrich Merz als Bundeskanzler im Mai 2025, konnte keine der Parteien diesen Trend stoppen – was auch Fragen zur Zukunftsfähigkeit der Mitgliederparteien aufwirft. Ein vergleichbarer Abwärtstrend zeigt sich laut Berichten der Süddeutschen Zeitung und anderer Medien auch bei Grünen und FDP, wenn auch mit anderen Intensitäten. Verschärfte politische Auseinandersetzungen, interne Richtungsstreits und die wachsende Konkurrenz durch neue Kleinparteien werden als weitere Gründe für den Schwund angeführt.
In jüngsten Analysen wird zudem auf die Alterung der Parteimitgliedschaften und die Schwierigkeit hingewiesen, jüngere Leute überhaupt für langfristiges Engagement zu gewinnen. (Quelle u.a.: sueddeutsche.de, faz.net, zeit.de)