Felix Banaszak, Co-Chef der Bundesgrünen, hält den Vorschlag von Jens Spahn (CDU), angesichts des Wahlausgangs in Baden-Württemberg die Amtszeit des Ministerpräsidenten zwischen den Parteien zu teilen, für völlig abwegig. Banaszaks Haltung unterstreicht, dass demokratische Wahlen nach klaren Regeln funktionieren – auch bei engem Ergebnis. Der Konflikt um eine mögliche Personalie im neuen Kabinett, speziell hinsichtlich Boris Palmer, illustriert, wie verschiedene Flügel innerhalb der Grünen jetzt bereits Spannungsfelder aufzeigen. Aktuelle Analysen und Stimmen aus den letzten 48 Stunden berichten zudem, dass das knappe Wahlergebnis in Baden-Württemberg vielerorts intensiven Debatten über Koalitionsoptionen und den Umgang mit knappen Mehrheiten ausgelöst hat. Viele Medien heben hervor, dass ein solches Modell der „geteilten Amtszeit“ im deutschen Föderalismus völlig unüblich ist und eigentlich kein realistisches Szenario darstellt. Hinzu kommt, dass mehrere Kommentatoren einen respektvollen, aber ambitionierten Start für mögliche Koalitionsgespräche zwischen Grünen und Union erwarten, wobei die Personaldebatten ein erstes Stresstest für das Miteinander werden könnten. Nicht zuletzt zeigt sich anhand der öffentlichen Diskussionen, dass der politische Stil von Palmer für die Grünen zu einer Zerreißprobe werden könnte – die Partei ringt mehr denn je um Profil und Abgrenzung.