Die Autoren argumentieren, dass trotzdem auch Gutverdiener unter dem Strich vom Wegfall des Soli profitieren – sofern dabei niemand benachteiligt wird. "Wir müssen nicht zwingend einzelne belasten, um andere zu entlasten", heißt es. Die erwarteten Einsparungen von bis zu 30 Milliarden Euro sollen durch ein konsequentes Streichen von Subventionen (jährlich minus 15 Prozent über drei Jahre) und zusätzliche Kürzungen in der Bundesverwaltung erzielt werden. Beides zusammen könnte laut Bury und Dorn den Fehlbetrag fast komplett kompensieren.
Das CDU/CSU-Konzept für eine umfassende Steuerreform setzt auf eine breit angelegte Entlastung und sieht gezielte Gegenfinanzierung durch den Abbau von Subventionen und geringere Verwaltungsausgaben vor. Im Mittelpunkt stehen spürbare Verbesserungen für breite Bevölkerungsschichten, etwa durch Erhöhung des Grundfreibetrags und Anhebung der Spitzensteuersatzgrenze. Neu recherchierte Aspekte: Laut aktueller Berichterstattung sind Steuerreformen in Deutschland derzeit besonders umstritten, da angesichts der schwächelnden Konjunktur und der teuren Transformationsaufgaben (z.B. Klimawandel, Digitalisierung) der fiskalische Spielraum knapp ist – nicht zuletzt wegen der Schuldenbremse, die umfangreiche Steuerentlastungen ohnehin erschwert. Die Debatte erhält zusätzlich Zündstoff durch Forderungen nach stärkerer Besteuerung großer Vermögen oder einer aktiven Unternehmensteuerpolitik, wie sie zuletzt von mehreren Wirtschaftsverbänden geäußert wurden. Diverse Stimmen äußern zudem Skepsis, ob Einsparpotenziale bei Subventionen und Verwaltung tatsächlich reichen, um ein Milliardenloch zu verhindern, und verweisen auf die politische Sprengkraft dieser Maßnahmen.