Deutsch-kanadische KI-Allianz: Aleph Alpha wird Teil von Cohere

Aleph Alpha, das aus Heidelberg stammende KI-Startup, geht unter das Dach des kanadischen Unternehmens Cohere. Digitalminister Wildberger begrüßt diesen Schritt offen, wie er zusammen mit seinem kanadischen Pendant Evan Solomon auf einer Pressekonferenz erklärte.

24.04.26 11:15 Uhr | 6 mal gelesen

Digitalminister Karsten Wildberger legte bei der heutigen Pressekonferenz ein klares Bekenntnis zu dem Zusammenschluss ab – wirklich eine seltene Deutlichkeit in der Politik. Schon ins Auge gefallen: Kanada und Deutschland zeigen damit, dass sie KI nicht einfach den USA überlassen wollen. Evan Solomon, der kanadische Minister, fand lobende Worte für den Einsatz beider Länder hinter den Kulissen. Cohere und Aleph Alpha wollen jetzt ganz groß mitspielen und als europäisch-kanadische Antwort auf die Technik-Giganten im Silicon Valley auftreten – spannend, ob das in der Praxis gelingt. Nach zähen Verhandlungen, an denen das 'Handelsblatt' früh beteiligt war, ist nun das neue Konstrukt geboren: Cohere erhält satte 90 Prozent der Anteile, Aleph Alpha immerhin den Rest. Vermutlich spiegelt das die jeweiligen Firmenumsätze wider – ein interessanter Deal, der zeigt, wer das größere Gewicht mitbringt. Ob daraus mehr wird als ein nettes Pressefoto und warme Worte, bleibt allerdings offen.

Aleph Alpha verliert seine Unabhängigkeit und findet künftig unter dem Banner von Cohere eine neue Heimat. Der Zusammenschluss, unterstützt von deutschen und kanadischen Regierungsvertretern, soll eine starke, transatlantische Alternative zu den US-KI-Giganten formen und vor allem Unternehmen sowie Behörden als Kunden ansprechen. Die Besitzverhältnisse – 90 Prozent für Cohere, zehn für Aleph Alpha – deuten darauf hin, dass der größere Teil der Macht künftig in Kanada liegt. Nach neuesten Recherchen: In der KI-Branche mehren sich inzwischen die Stimmen, dass solche internationalen Allianzen notwendig sind, um in der weltweiten KI-Entwicklung Schritt zu halten. Die Bundesregierung scheint darauf zu setzen, dass die Kooperation auch für die hiesige Forschung mittelfristig Vorteile bringen könnte. Allerdings bleibt abzuwarten, wie eigenständig der europäische Einfluss tatsächlich bleibt und welche Auswirkungen dies auf Datenschutz und Souveränität haben wird.

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