Robert Thalheim startet Dreharbeiten zu "Don't be a Stranger" im Schwarzwald

Enzklösterle – Zwischen Tannen und Westernträumen: SWR und ARTE rollen die Kameras aus. Mit Sascha Gersak, Salimou Thiam und anderen Gesichtern liefert Regisseur Robert Thalheim einen ganz eigenen Neo-Western.

heute 18:15 Uhr | 4 mal gelesen

Im kleinen Ort Enzklösterle, mitten im Nordschwarzwald, ist das Filmteam um Robert Thalheim angekommen: Der Dreh für "Don't be a Stranger" hat begonnen. Thalheim, gemeinsam mit Nicole Armbruster für das Drehbuch verantwortlich, bringt ein Ensemble aus bekannten und neuen Schauspielern zusammen – darunter Salimou Thiam, Sascha Gersak und einige mehr. Der Plot verspricht überraschende Wendungen: Ein 17-jähriger New Yorker, Charles, soll eigentlich musikalische Austausch-Erfahrungen in Berlin sammeln. Doch er landet völlig unverhofft auf einer abgelegenen Rinderfarm im Schwarzwald – betreut von Fränk, der lieber Cowboy spielt als Allgäuer Alltag mag. Charles trifft auf eine eigenartige Mischung aus „Wildem Westen“, aufrechter Sehnsucht nach Freiheit und deutschen Fantasien vom echten Amerika. Ein bisschen skurril das Ganze, irgendwo zwischen Auswandererromantik und Teenagerfrust – jedenfalls reicht es für mehr als nur ein inneres Kopfschütteln. Hinter den Kulissen stemmen die Kundschafter Filmproduktion, SWR und ARTE (plus weitere Geldgeber) diese Koproduktion – voll besetzt mit Profis vom Producing bis zu Kostümdesign. Der Kinostart wird organisiert von Port au Prince Pictures – der Rest ist derzeit noch Arbeit, Set-Staub und Vorfreude.

Das Filmprojekt "Don't be a Stranger" von Robert Thalheim und Nicole Armbruster verbindet den deutschen Schwarzwald mit amerikanischen Western-Mythen – und schafft so ein humorvolles wie nachdenkliches Spiegelbild kultureller Projektionen. Mitten im Wald prallen Jugendsehnsüchte auf Lebensentwürfe von Aussteigern, was eine ganz eigene Dynamik zwischen Empathie und Irritation erzeugt. Die Dreharbeiten und das Konzept fanden in der deutschen Filmpresse bereits einige Beachtung – gerade der Versuch, Heimat mit Sehnsucht nach Fremde zu kombinieren, sorgt für Vorfreude wie kritische Würdigung. Aktuelle Recherchen zeigen: Der Kinofilm ist Teil eines wachsenden Trends, in dem deutschsprachiges Kino offener für Genre-Experimente und internationale Perspektiven wird. So spiegelt "Don't be a Stranger" auch eine gesellschaftliche Debatte darüber wider, wie Identität und Fremdzuschreibung heute funktionieren. Interessant ist, dass das Setting im ländlichen Raum nicht nur Kulisse bleibt, sondern Handlungs- und Projektionsort für sogenannte Neo-Western-Elemente ist – ein Ansatz, der momentan auch bei anderen Filmen Anklang findet.

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