Unverhältnismäßige Härte gegen Christen
Die von den UN-Experten zusammengetragenen Berichte ergeben ein düsteres Bild: Immer wieder werden gezielte Übergriffe und Verfolgung gegen Christen – und besonders gegen minderjährige Mädchen und Frauen – bekannt. Laut ihren Beobachtungen sind christliche Gemeinden in mehreren Regionen Nordnigerias besonders schwer von diesen Angriffen betroffen. Eigentlich sollte der nigerianische Staat neutral in Religionsfragen sein, doch in zwölf nördlichen Staaten gilt seit 1999 die Scharia. Jüngstes Beispiel: Mitte Mai wurden um die hundert Menschen – darunter sogar Kleinkinder und Lehrer – verschleppt, fast alle Christen. Zur Erinnerung: Im Januar 2026 verschwanden 177 Teilnehmer eines Gottesdienstes spurlos.
Hinter dem UN-Schreiben stehen mehrere Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen des Menschenrechtsschutzes. Es handelt sich um einen vorläufigen Bericht – 60 Tage hat die Regierung Nigerias nun Zeit, dazu Stellung zu nehmen. Erst dann wird der finale Bericht veröffentlicht.
Nigeria – Ein Brennpunkt der Christenverfolgung
Laut der Hilfsorganisation Open Doors gibt es in Nigeria am Ende des Jahres 2024 über 3,4 Millionen Menschen, die wegen der anhaltenden Gewalt innerhalb des Landes fliehen mussten – überwiegend Christen. Im Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Nigeria auf dem siebten Platz der schlimmsten Länder für Christen. Bemerkenswert und erschreckend zugleich: 72 Prozent aller wegen ihres Glaubens getöteten Christen weltweit kamen allein in Nigeria 2024 ums Leben.
Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors Deutschland, sieht in der UN-Erklärung ein positives Signal: „Endlich greifen die Vereinten Nationen dieses drängende Thema auf. Lange wurde das Leid der Christen in Nigeria übersehen – das sollte sich jetzt ändern.“ Viele Menschen dort hätten wortwörtlich alles verloren und keine Perspektive mehr – schon das allein verlange mehr als ein Schulterzucken.
Das Hilfsprojekt Arise Africa von Open Doors bietet verschiedene Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden, etwa durch Spenden, Gebetsinitiativen oder eine Online-Petition. Informationen gibt es unter www.opendoors.de/arise-africa.
Rückblick: Open Doors im Einsatz
Seit 1955 steht Open Doors verfolgten Christen weltweit zur Seite. Heute laufen Projekte in über 70 Staaten und jedes Jahr kommt ein aktuelles Bild der Gewalt und Unterdrückung ans Licht. Besonders interessant: Die Bewertung der Lage auf dem Weltverfolgungsindex wird durch ein unabhängiges Institut überprüft, um möglichst objektiv zu bleiben. Details: www.opendoors.de/weltverfolgungsindex.
Pressekontakt: Open Doors Deutschland e.V., Postfach 11 42, 65761 Kelkheim, Tel. +49 6195 6767-180, E-Mail: pressebuero@opendoors.de, Webseite: www.opendoors.de
Die Gewalt gegen Christen in Nigeria bleibt dramatisch: Laut aktuellen UN-Berichten und Daten von Hilfsorganisationen ist der Staat für Anhänger des Christentums einer der gefährlichsten Orte der Welt. Die Attacken, darunter insbesondere Entführungen und gezielte Morde, richten sich oft systematisch gegen religiöse Minderheiten, wobei die Scharia in Teilen Nordnigerias eine zusätzliche Bedrohung darstellt. Neuere Informationen berichten, dass der seit Jahren schwelende Konflikt, etwa durch bewaffnete Banden (sogenannte "Banditen") und islamistische Gruppen wie Boko Haram, auch weiterhin zu erheblichen Fluchtbewegungen und großem Leid in der Zivilbevölkerung führt. Die nigerianische Regierung steht international unter Druck, die wiederkehrenden Menschenrechtsverletzungen stärker zu bekämpfen; insbesondere Frauen und Kinder im Norden sind betroffen. Zahlreiche NGOs haben unterdessen ihre Hilfsmaßnahmen ausgeweitet und machen mit politischen Initiativen und Öffentlichkeitsarbeit auf das Thema aufmerksam. Weitere aktuelle UN-Reports und Recherchen der Nachrichtenportale spiegeln diese Einschätzungen: So gab es vermehrt großangelegte Angriffe auf Dörfer im Nordwesten, die ein zusätzliches Licht auf das Ausmaß der Krise werfen.