„Ich habe den Eindruck, das wird uns noch eine Weile beschäftigen“, äußerte Wadephul am Dienstagabend in den ARD-‚Tagesthemen‘. Nach Gesprächen mit Israels Außenminister Gideon Sa’ar und einem Anruf mit dem US-Außenminister Rubio sei ihm klar, dass sowohl Israel als auch die USA entschlossen seien, das iranische Waffenarsenal nachhaltig zu zerstören – darunter besonders nukleare Anlagen und ballistische Raketen, die eine potenzielle Gefahr nicht nur für Israel, sondern auch für Europa darstellen könnten. Deutschland, so Wadephul, könne durchaus Einfluss nehmen, indem es mit anderen Staaten über Konditionen und Folgen des Krieges spreche. Thema waren für ihn dabei erneut die Gefahr von neuen Flüchtlingsströmen und steigenden Energiepreisen. Wadephul betonte zudem, wie stark die iranische Zivilbevölkerung unter dem Konflikt und dem dortigen Regime leide. Wichtig sei, die territoriale Integrität Irans zu wahren und ein völliges Chaos zu verhindern – auch, um eine Eskalation, von der niemand profitieren würde, möglichst auszuschließen. Diesen Standpunkt würden übrigens auch viele Golfstaaten teilen, fügte er an.
Wadephuls Einschätzung, dass der Iran-Krieg wohl nicht rasch enden wird, spiegelt eine zunehmende Besorgnis in der deutschen Außenpolitik wider, wie verschiedene Leitmedien zuletzt berichtet haben. Nach einem Austausch mit israelischen und amerikanischen Spitzenpolitikern betont er die Gefahr durch Irans Raketenprogramm auch für Europa – und die Notwendigkeit, Flüchtlingsbewegungen sowie Energiepreise im Auge zu behalten. Bemerkenswert ist, dass neben Wadephul auch Stimmen aus verschiedenen Golfstaaten ein Interesse daran zeigen, eine weitere Eskalation in der Region um jeden Preis zu verhindern, weil sie selbst wirtschaftlich und politisch enorm unter einem Flächenbrand leiden würden.