Mit der FiDA-Verordnung soll künftig gesetzlichen Rahmen für den Zugang Dritter zu den Privatkundendaten im Finanzbereich geschaffen werden. Die Stimmung ist gespalten: Während einige Akteure vorrangig die Herausforderungen und den Mehraufwand sehen, hoffen andere auf frische Impulse fürs Geschäft. Besonders häufig fallen dabei Begriffe wie Cross- und Upselling, smarte Risikoprüfungen dank umfangreicher Datenpooling-Möglichkeiten sowie – typisch für die Branche – neue, fast maßgeschneiderte Policen auf digitaler Datenbasis.
Die Hürden sind allerdings beachtlich. Neben den finanziellen, vor allem den wiederkehrenden Kosten, machen sich die Teilnehmenden Sorgen um saubere Datenstrukturen, konsistente Datenverarbeitung und das allgegenwärtige Problem: Fachkräftemangel in der IT. Man könne, so Carsten Fuchs von PPI, an der Bremsbereitschaft der Branche ablesen, wie groß die Unsicherheit rund um Starttermin und Details der Verordnung ist – und wie schwer es wird, die internen Prozesse sowie die IT-Landschaft zukunftsfit zu machen. Trotzdem glaubt er: Wer jetzt Potenziale erkennt und konkret plant, hat die Chance auf einen echten Wettbewerbsvorteil.
Offiziell ist FiDA immer noch in der heißen Verhandlungsphase – das finale Inkrafttreten steht in den Sternen. Die aktuelle Studie, für die 31 Expertinnen und Experten aus Versicherungen und Vermittlung 13 Fragen beantworteten, liest sich wie ein Querschnitt durch eine Branche zwischen digitaler Vorsicht und Innovationsneugier. Details und den vollständigen Bericht gibt es direkt bei PPI AG.
Die FiDA-Verordnung rückt den kontrollierten Datenzugang im Finanzbereich in den Fokus, womit Versicherungen neue Geschäftsfelder erschließen könnten – etwa intelligente Produktangebote und präzisere Risikoeinschätzung. Trotzdem zögern viele Häuser, Geld und Ressourcen zu investieren, da Unsicherheiten über Kosten, Datenqualität und verfügbare IT-Kompetenzen bestehen. Parallel entwickeln Banken und FinTechs bereits neue Angebote in Erwartung künftiger Öffnungen, was den Veränderungsdruck auf die Versicherungsbranche weiter verstärkt. Ergänzend zeigen aktuelle Recherchen: In der Finanzbranche herrscht Zögern bei der Integration von Open Finance-Strategien; gleichzeitig treiben Regulierungsbehörden (wie bei DORA und NIS2) klare Digitalisierungsrichtlinien voran, was den Handlungsdruck erhöht. Zudem diskutieren Experten, wie ein ausgewogener Datenschutz mit innovativen, offenen Finanzdienstleistungen vereinbar bleibt: Der Dialog zwischen Regulierern, Unternehmen und Verbraucherschutz wird intensiver (vgl. etwa Beiträge in der FAZ und Süddeutschen). Abseits dessen macht der Wettbewerb mit big-tech-nahen FinTechs den klassischen Versicherern deutlich, dass der Wandel nicht aufzuhalten ist.