Eigentlich klingt es schon fast wie ein Wiener Schmäh: Auf der ikonischen Brücke zur Schleifmühlgasse steht seit Kurzem "Edmund", das neueste Projekt der umtriebigen Huths. Keine großes Chichi, sondern eine echte Steh-Ausschank, wie man sie sich in lauen Nächten und an verregneten Nachmittagen erträumt.
Das Angebot? Erfrischendes Ottakringer im Halbliterkrug, das freundlicherweise für 3,90 Euro über die Theke geht – der Preis, fast eine Verbeugung vor alten Zeiten. Dazu gibt's alles, was auf den Naschmarkt-Tischen so herumwandert: Spritzer, Wiener Wein, Kurze, Flaschenbier. Und wenn der kleine oder große Hunger zwickt, lässt sich "Toni’s Jausn" ordern – oder, besonders charmant, einfach irgendwas Essbares von den unzähligen Marktständen direkt ins Lokal mitbringen. Gastlichkeit einmal anders, sehr typisch wienerisch eigentlich.
Robert Huth bringt es auf den Punkt: "Der Naschmarkt ist kein Bahnhof. Hier lässt man die Uhr gern zu Hause und bleibt, bis man gar nicht mehr weg will." So fühlt sich Wien vielleicht nirgendwo sonst so lebendig an wie in einem Moment zwischen Biertrinken und Leuten-Beobachten.
Mit 40 Plätzen im kleinen, aber sonnigen Gastgarten und weiteren 24 im Inneren, bleibt genug Raum, ein Stück echtes Wien zu genießen – ob auf einen schnellen After-Work-Spritzer oder das berühmt-berüchtigte "Ja, nur ein Bier, dann muss ich eh schon weiter..." (und bleibt dann doch sitzen). Wer’s selbst erleben will: Stehausschank "Edmund" am Naschmarkt, Ecke Schleifmühlgasse, täglich ab zwölf Uhr mittags bis zehn Uhr abends. Die Huths setzen damit nach 25 Jahren in der Wiener Gastroszene wieder ein authentisches Ausrufezeichen.
Mit "Edmund" bringt das Ehepaar Huth eine neue Stehausschank-Tradition auf den Naschmarkt, die Wiener Geselligkeit zum fairen Preis mit offener Atmosphäre verbindet. Durch das Konzept, Speisen aus aller Welt vom Markt einfach mitzunehmen und vor Ort bei einem günstigen Bier zu genießen, entsteht ein neuer Treffpunkt, der sich wohltuend vom Mainstream abhebt. Die Eröffnung unterstreicht, wie eng Kulinarik, Alltagskultur und Wiener Lebenseinstellung verwoben sind – etwas, das vielleicht gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach unverfälschter Begegnung und Gemeinschaft suchen, besonders getroffen hat. Weitere Details: Die Huths setzen gezielt auf leistbare Preise und die Option, dass Gäste ihr Essen marktplatztypisch frei wählen und selbst mitbringen können. Dies bewahrt die unverwechselbare Seele des Naschmarkts und hebt sich von wachsenden Gastroketten ab, die oft auf Vereinheitlichung ausgerichtet sind. Durch das unkomplizierte und charmante Ambiente könnte "Edmund" nicht nur für Touristen, sondern auch für Wiener selbst ein neuer Knotenpunkt der Alltagsflucht und urbanen Entspannung werden.