Deutschland besitzt durchaus beachtliche Lithiumreserven, etwa im Erzgebirge, im Rheintal und in der Altmark – Hoffnungsträger für die hiesige Energiewende. Trotz ambitionierter Versprechen der Politik sind große Vorhaben, wie die Mine in Zinnwald oder die geplante Sole-Förderung im Rheingraben, bisher nicht über Projektstatus und Ankündigungen hinausgekommen: Umweltbedenken, Genehmigungsdschungel und lokale Widerstände machen den Weg holprig. Parallel wächst die Sorge, dass der Lithiumdurst der westlichen Welt insbesondere Regionen wie Südamerika oder China noch stärker ausbeutet – und die Vision einer sauberen, fairen Batterie-Wirtschaft vorerst eine schöne Projektion bleibt. Laut der Süddeutschen Zeitung hat sich der europäische Lithium-Markt zuletzt zwar dynamisch entwickelt, doch wirklich nachhaltige und unabhängige Lieferketten sind bislang kaum Realität (Stand: Juni 2024). Dazu kommt, dass das Problem nicht allein mengenbezogen – sondern auch preislich bleibt: Weltmarktpreise, Abhängigkeiten, aber auch Arbeitsbedingungen in den Förderländern geraten stärker in den Fokus der Debatte. Insgesamt ringt Deutschland noch um den richtigen Mix aus Eigenförderung, Nachhaltigkeit und internationaler Kooperation.