Sanierungsstau verschärft sich: Energieeffiziente Modernisierung von Gebäuden in Deutschland stagniert

2025 hat die energetische Sanierungsrate in Deutschlands Gebäudebestand erneut einen historischen Tiefstand erreicht. Das Ziel, den Klimaschutz im Gebäudesektor voranzutreiben, droht damit in weitere Ferne zu rücken.

heute 01:03 Uhr | 4 mal gelesen

Irgendwie scheint es fast, als hätten Deutschlands Immobilienbesitzer kollektiv die Pause-Taste gedrückt – kein Wunder, angesichts der komplizierten Förderbedingungen und der Unsicherheit rund um das Gebäudeenergiegesetz. Laut aktuellen Zahlen von B+L Marktdaten, die dem Branchenverband BuVEG vorliegen, wurden 2025 nur 0,67 Prozent der Wohnhäuser überhaupt energetisch modernisiert. Im Jahr davor lag der Wert schon niedrig, aber zumindest ein wenig höher. Die eigentlich nötigen zwei Prozent würde man mit der aktuellen Geschwindigkeit wohl frühestens im nächsten Jahrzehnt erreichen – ein grimmiger Gedanke rückblickend auf all die Klimapläne. Auch die Sanierung von Nichtwohngebäuden, also Schulen, Ämtern oder Arztpraxen, dümpelt vor sich hin. Im Prinzip schreien gerade öffentliche Einrichtungen nach einer energetischen Frischzellenkur, doch das Neue-Start-Budget für Infrastruktur und Klimaneutralität ist bis jetzt bloß eine Zeile auf dem Papier. Und mal ehrlich: Solange nicht einmal ein klarer Rahmen für etwas so Banales wie einen Fenstertausch steht, wie sollen Eigentümer dann Millionen investieren? 'Planungssicherheit' klingt nicht glamourös, aber sie wäre vielleicht der größte Hebel überhaupt, damit mehr Menschen in ihre Häuser und deren Zukunft investieren.

Die energetische Sanierungsquote bei deutschen Wohngebäuden ist 2025 auf nur noch 0,67 Prozent gesunken – ein erneuter Negativrekord mit ernsten Konsequenzen für die Klimabilanz. Experten wie Jan Peter Hinrichs vom BuVEG und Frank Lange vom Verband Fenster + Fassade warnen, dass ohne attraktive Förderprogramme, klare Vorgaben und finanzielle Planungssicherheit selbst kleinere Sanierungsmaßnahmen kaum in Angriff genommen werden. Die Verschiebung wichtiger Investitionen beeinträchtigt nicht nur die Erreichung der Klimaziele, sondern verschärft auch den Sanierungsstau in öffentlichen und privaten Gebäuden, worauf etwa die aktuellen Berichte von B+L Marktdaten und der BuVEG hinweisen. Laut einer aktuellen Analyse der Deutschen Energie-Agentur (dena) bleibt Deutschland auch beim Gesamtausstoß von Treibhausgasen deutlich hinter den Zielen: 2024 wurden die Emissionen im Gebäudesektor zwar leicht reduziert, aber ein wirklicher Trendbruch sei laut dena nicht absehbar. Zusätzlich berichten verschiedene Medien, dass sich viele Eigentümer angesichts hoher Baukosten und strenger werdender Förderbedingungen aktuell vor größeren Investitionen scheuen. Die klimapolitische Debatte wird darüber hinaus durch die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz befeuert, das zwar Anreize für mehr Modernisierung setzen sollte, bisher aber wegen Mängeln in der Ausgestaltung und schwankender Förderlandschaften für Unsicherheit sorgt.

Schlagwort aus diesem Artikel