Auch künftig keine Pflicht für Händler, 'Wero' zu akzeptieren

Das Bundesfinanzministerium stellt klar: Trotz positiver Worte über das junge Zahlungssystem 'Wero' wird es keine Annahmepflicht für Händler geben.

heute 19:11 Uhr | 5 mal gelesen

Ein Muss für Händler, Zahlungen via 'Wero' abzuwickeln? Nein – das schließt das Bundesfinanzministerium ausdrücklich aus. Zwar sagt die Regierung: Initiativen zur Stärkung europäischer Zahlungswege sind grundsätzlich begrüßenswert – damit schwingen ein bisschen Hoffnung, aber auch einige Unwägbarkeiten mit. ‚Die Wahl, ob Zahlungen per Wero entgegengenommen werden, liegt letztlich beim Händler‘, sagt die Ministeriumssprecherin nüchtern. Und auch wenn kontaktloses Bezahlen heute so selbstverständlich erscheint wie der Griff zum Einkaufswagen, will man beim Ministerium offenbar nicht zu stark eingreifen. Die Initiative hinter Wero – ein Zusammenschluss von Banken aus mehreren europäischen Ländern – treibt die Einführung in verschiedenen Bereichen voran: Privatleute können Wero bereits für Überweisungen nutzen, während einige E-Commerce-Unternehmen Wero bereits implementieren oder dies planen. Im stationären Einzelhandel, kündigt die European Payments Initiative an, soll es noch dieses Jahr losgehen. Klingt alles recht ambitioniert – aber letzten Endes bleibt die Entscheidung jedem Ladengeschäft selbst überlassen. Und vielleicht ist das auch ganz gut so. Manchmal muss Neues eben auch freiwillig überzeugen.

Das Finanzministerium bleibt beim Kurs: Für den neuen Zahlungsdienst 'Wero' wird es keine Annahmepflicht für Händler in Deutschland geben. Ziel der Bundesregierung ist es, den digitalen Zahlungsverkehr in Europa unabhängiger und widerstandsfähiger zu machen – trotzdem sollen Händler weiterhin selbst entscheiden, welche Zahlungsmethoden sie anbieten. Aktuell entwickelt sich der Markt für digitale Zahlungen in Europa dynamisch; laut Recherchen mehrerer deutscher Medien sprachen sich jüngst auch Vertreter des europäischen Bankensektors für mehr europäische Alternativen zu US-amerikanischen Zahlungsanbietern aus, wobei Wero als Hoffnungsträger unter Beobachtung steht. Laut FAZ und t3n.de gibt es aktuell vermehrte Diskussionen in der Politik zur digitalen Souveränität Europas, wobei die Einführung von Wero als wichtiger Schritt gesehen wird. Gleichzeitig bleiben technische Umsetzungen im stationären Handel, Datenschutzaspekte sowie Akzeptanz bei Kunden und Händlern entscheidende Knackpunkte. Mittlerweile testen sowohl größere als auch kleinere Onlinehändler Wero, um ihre Zahlungsoptionen vielseitiger und europäischer aufzustellen.

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