Unicredit wirbt um Commerzbank: Italienische Bank präsentiert Übernahmeangebot

Die italienische Großbank Unicredit macht Ernst und legt ein konkretes Angebot zur Übernahme aller Commerzbank-Aktien vor. Damit beginnt ein brisantes Ringen um eine der wichtigsten Privatbanken Deutschlands.

heute 08:36 Uhr | 2 mal gelesen

Unicredit hält schon jetzt etwa 26 Prozent an der Commerzbank – kein Pappenstiel in der Bankenlandschaft. Nun hat das Geldhaus in einer Ad-hoc-Mitteilung mitgeteilt, jedem Commerzbank-Aktionär für eine Aktie 0,485 neue Unicredit-Anteile zu bieten. Doch ganz so einfach ist die Rechnung nicht: Das Vorhaben steht noch auf wackeligen Beinen. Einerseits müssten sowohl die Bafin als auch die Europäische Zentralbank die Übernahme abnicken – Bürokratie kann hier dauern. Für die nötige Kapitalerhöhung plant Unicredit eine außerplanmäßige Hauptversammlung und setzt als spätesten Termin den 4. Mai. Währenddessen verweist Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp öffentlich darauf, dass ihre Bank lieber unabhängig bleibt. Unterstützung bekommt sie von der Bundesregierung, die sogar äußert, an der Eigenständigkeit der Commerzbank festhalten zu wollen – ein klares Signal, das nicht jeder erwartet hätte. Unicredit bleibt dennoch am Ball: Das Angebot soll Anfang Mai formell anlaufen und für vier Wochen offen stehen. Falls alles glatt läuft, wäre die Übernahme formal wohl erst in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen, nach dem Segen der Behörden – aber sicher ist in der Finanzwelt bekanntlich wenig. Spannend bleibt, welche Rolle Politik, Aktionäre und Märkte nun spielen.

Bislang sieht es so aus, als würde die italienische Unicredit wenig Zurückhaltung zeigen, wenn es um die Commerzbank geht. Mit einem offiziellen Tauschangebot will Unicredit sämtliche Anteile der deutschen Bank übernehmen, stößt aber auf deutlichen Widerstand – sowohl im Management der Commerzbank als auch in der Bundesregierung. Das Timing der Übernahme ist komplex: Ein formeller Start ist für Anfang Mai vorgesehen, doch die finale Umsetzung dürfte sich, nicht zuletzt wegen der langwierigen regulatorischen Prüfungen, bis 2027 hinziehen. In den letzten 48 Stunden berichteten zahlreiche deutsche und internationale Medien mit unterschiedlichen Nuancen über die möglichen Auswirkungen auf den Bankenmarkt und die deutsche Wirtschaft. Viele Experten sehen in einer Fusion eine beachtliche Konzentration von Marktmacht, manche befürchten Nachteile für mittelständische Kunden. Unicredit könnte mit diesem Move zu einem Big Player auf dem europäischen Bankenparkett aufsteigen – falls sämtliche Hürden genommen werden.

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