Inflation zieht wieder an: Daten aus den Bundesländern geben Hinweise

Nach einem leichten Rückgang zum Jahresende ist die Inflationsrate im Januar offenbar erneut gestiegen – regionale Statistiken sprechen eine deutliche Sprache.

heute 11:00 Uhr | 4 mal gelesen

Frische Zahlen aus verschiedenen Bundesländern, die am Freitagvormittag öffentlich wurden, deuten darauf hin, dass die Inflation bundesweit wieder zulegt. Ein Beispiel: In Bayern schnellte die jährliche Teuerungsrate von 1,7 auf 2,1 Prozent nach oben – ein beachtlicher Sprung. Ähnliches Bild in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, wo die Zahlen im Schnitt um 0,2 Prozentpunkte anzogen. Interessanterweise stagnierte der Preisanstieg in Brandenburg und im Saarland – dort blieben die aktuellen Werte auf dem Stand des Vorjahresmonats. Und ausgerechnet in Berlin, sonst oft als Vorreiter in wirtschaftlichen Angelegenheiten wahrgenommen, fiel die Inflation leicht – von zuvor 2,2 auf nun 1,9 Prozent. Insgesamt erwarten Experten, dass sich die bundesweite Rate im Januar zwischen 1,9 und 2,1 Prozent einpendelt. Das passt ins Raster der Europäischen Zentralbank, die 2 Prozent als Zielmarke für Preisstabilität vorgibt. Die finale Antwort gibt es aber traditionell erst später: Das Statistische Bundesamt will seine Schätzung am Nachmittag veröffentlichen, und die endgültigen Zahlen – sofern sie überhaupt noch abweichen – kommen Mitte des Monats. Bis dahin bleibt Spielraum für Spekulationen.

Anhand aktueller Regionalwerte lässt sich klar erkennen: Der Trend bei der Inflationsrate in Deutschland zeigt im Januar wieder nach oben. Die meisten Länder melden einen leichten, aber spürbaren Anstieg – vor allem Bayern und einige große Flächenländer. Bundesweit wird sich die Rate vermutlich knapp oberhalb der Marke von 2 Prozent bewegen, was der geldpolitischen Orientierung der EZB entspricht. Laut Informationen aus der taz und dem Spiegel spricht dabei vieles dafür, dass insbesondere Energiepreise und gestiegene Lebensmittelkosten den Ausschlag gegeben haben – zudem wirke das Auslaufen staatlicher Preisbremsen nach. Gleichzeitig betonen einige Wirtschaftsforscher, dass der Anstieg der Inflation noch vergleichsweise moderat ausfällt und weit von den Extremwerten aus den letzten beiden Jahren entfernt bleibt. Weiterhin besteht laut der SZ Unsicherheit darüber, wie sich die internationalen Energiepreise und die geopolitischen Spannungen langfristig auf das deutsche Preisniveau auswirken werden.

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