Ökonomin Grimm warnt eindringlich vor Steuergeld-Einsatz an der Zapfsäule

Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, spricht sich entschieden gegen eine staatliche Senkung der Spritpreise aus.

heute 00:02 Uhr | 1 mal gelesen

Grimm zeigte sich im Gespräch mit dem 'Redaktionsnetzwerk Deutschland' sehr skeptisch gegenüber der Idee, mit Steuergeld für billigeren Sprit zu sorgen. Sie sagte sinngemäß: 'Ein Tankrabatt wäre ein Fehler – das hilft keinem wirklich.' In Zeiten akuter Knappheit ist so ein Eingriff, so Grimm, ein falsches Signal: Das weltweite Angebot bröckelt, und 20 Prozent der Öl- und Flüssiggaslieferungen werden über die strategisch höchst sensible Straße von Hormus verschifft. Wenn nun ausgerechnet der Staat die Nachfrage mit niedrigeren Preisen sogar noch weiter anheizt, droht die Lage zu eskalieren. Grimm findet, dass in Krisenzeiten Ehrlichkeit gefragt ist: Der Staat kann und sollte gar nicht jedes Risiko abfedern – auch wenn das unbequem ist. Sie verwies zudem darauf, dass bereits die jetzige Generation unter einer enormen Schuldenlast und teils fragwürdigen Umbuchungen leidet. Viel Luft, um weitere große Summen ins System zu pumpen, sieht sie schlicht nicht mehr.

Grimms Point: Der Staat sollte auf keinen Fall den Sprit künstlich verbilligen, weil das gerade in einer Mangelsituation fatal wäre; so werden Menschen verleitet, weiter viel zu verbrauchen, obwohl Angebot und Sicherheit schwinden. Einfache Lösungen verspricht sie nicht, fordert aber Offenheit gegenüber harten Realitäten und Verantwortung gegenüber den Jüngeren, die die finanziellen Altlasten ohnehin schon tragen – neue, große Schulden seien kaum noch tragbar. Im Kontext jüngster geopolitischer Spannungen am Persischen Golf nehmen die Sorgen um globale Energiesicherheit weiter zu und sprechen dafür, dass kurzfristige Rabatte womöglich langfristig sehr teuer werden könnten.

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