FCAS: Deutschland und Frankreich setzen auf Durchbruch
Unmittelbar vor dem Treffen zwischen Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Brüssel haben die Außenminister beider Länder – Johann Wadephul und Jean-Noel Barrot – am Dienstagabend angedeutet, dass beim milliardenschweren Rüstungsprojekt FCAS eine politische Einigung in greifbarer Nähe liegt. Barrot stellte klar: Die Konflikte zwischen den beteiligten Unternehmen könnten allein von der Politik gelöst werden, während Wadephul sicher zeigte, dass eine tragfähige Lösung bevorsteht.
heute 21:23 Uhr | 2 mal gelesen
Die Chefdiplomaten aus Berlin und Paris schürten am Vorabend des Gipfels Zuversicht – und das nicht nur mit Blick auf die Rüstungsindustrie. "Für mich ist es an der Zeit, dass die Europäische Union wächst", betonte Wadephul mit Nachdruck. Dabei ging sein Blick weiter als nur auf den Westbalkan: Auch Länder wie Island und Norwegen brachte er ins Spiel. Barrot legte sogar noch einen drauf und sprach offen von der Hoffnung, dass auch Großbritannien eines Tages den Weg zurück in die EU finden könnte, und – warum nicht? – vielleicht sogar Kanada. Wadephul erwiderte ohne große Umschweife: Er könne sich auch eine kanadische Mitgliedschaft gut vorstellen. Zwischen all diesen großen visionären Gedanken blitzt die Unsicherheit auf, die solche Vorschläge in manchen Ohren auslösen mögen – wildes Gedankenspiel oder realistischer Fahrplan?
Zwischen Deutschland und Frankreich scheint beim Zukunftsprojekt FCAS – einem ambitionierten europäischen Kampfjet-System – endlich Bewegung zu kommen: Trotz festgefahrener Unternehmensinteressen setzen Berlin und Paris auf eine politische Lösung. Die beiden Außenminister signalisierten ihren politischen Willen, Differenzen auszuräumen und das Projekt als gemeinsames Vorhaben voranzutreiben. Zusätzlich überraschten sie mit visionären Ideen zur EU-Erweiterung, inklusive einer möglichen Briten-Rückkehr und Gesprächen über Island, Norwegen, ja sogar Kanada. In den vergangenen 48 Stunden beschäftigten sich mehrere Medien mit dem stockenden Verlauf des FCAS sowie der Frage, wie sich Europas Verteidigungsindustrie künftig aufstellt. Nicht unerwähnt: Die Debatte um eine geeinte europäische Außen- und Sicherheitspolitik gewinnt durch den Ukraine-Krieg und Russlands Aggressionen gerade nochmals an Dringlichkeit.