Wadephul sieht keinen Wandel im Iran: Regimewechsel unrealistisch

Gut drei Wochen nach den Eskalationen zwischen Israel, den USA und Iran spricht sich die Bundesregierung gegen Hoffnungen auf einen Machtwechsel in Teheran aus – für Außenpolitiker Wadephul (CDU) ist dieser schlichtweg nicht in Sicht.

heute 21:19 Uhr | 3 mal gelesen

Außenpolitiker Johann Wadephul (CDU) räumte bei der 'Europe 2026'-Konferenz am Dienstagabend unverblümt ein, dass er die Erwartungen auf einen Regimewechsel im Iran für verfehlt hält. "Das halte ich für ausgeschlossen", so Wadephul, und bezog sich dabei ausdrücklich auch auf den Austausch mit Marco Rubio, seinem US-Kollegen. Der Fokus westlicher Angriffe liege lediglich darauf, das iranische Atom- und Raketenpotential zu schwächen und so Israels Sicherheit kurzfristig zu stabilisieren – ein 'Reset' auf höchster politischer Ebene in Teheran werde jedoch weder angestrebt noch erwartet. Militärische Lösungen, so der CDU-Politiker, sieht er im Iran ohnehin nicht. Auch die Vorstellung eines gelenkten Führungswechsels bezeichnete er als kaum mehr als ein theoretisches Konstrukt – für ihn schlicht unrealistisch. Ein bisschen klingt das wie Kapitulation vor den Verhältnissen – aber vielleicht ist es auch einfach realistische Nüchternheit.

Wadephul schätzt angesichts der aktuellen Kriegsdynamik in der Region, insbesondere nach den israelisch-US-amerikanischen Angriffen auf iranische Ziele, dass ein Regimewechsel im Iran momentan keineswegs auf der politischen Agenda steht. Stattdessen konzentrierten sich die verbundenen Staaten im Westen hauptsächlich auf die Schwächung militärisch-strategischer Kapazitäten des Iran, speziell hinsichtlich des Atom- und Raketenprogramms. Jüngste Berichte internationaler Medien bestätigen diese Einschätzung: Trotz anhaltender Proteste und hoher Unzufriedenheit im eigenen Land bleibt das iranische Regime stabil, auch weil systemische und gesellschaftliche Barrieren einen echten Wandel erschweren – ohnehin favorisieren selbst internationale Akteure zurzeit keine offene Eskalation oder einen erzwungenen Machtwechsel. Außerdem zeigen aktuelle Analysen, dass Teheran nicht isoliert agiert, sondern sich auf Verbündete und eine ausgeklügelte Netzwerkarbeit verlässt; intern bleibt die Bevölkerung aufgrund von Unterdrückung und Angst vor Chaos sehr zurückhaltend, was massive Umbrüche weiter erschwert.

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