Bundesnetzagentur warnt vor steigenden Gaspreisen: Unsicherheit für Verbraucher und Händler

Die aktuellen Entwicklungen am Gasmarkt bereiten der Bundesnetzagentur Sorgen – vor allem mit Blick auf die kommenden Monate.

heute 00:03 Uhr | 1 mal gelesen

Gaspreise, die binnen kurzer Zeit in die Höhe schnellen – klingt wie ein altbekanntes Schreckgespenst, ist aber derzeit wieder harte Realität. Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, sagte in einem Interview mit der 'Rheinischen Post', die Großhandelspreise am sogenannten Day-ahead-Markt hätten sich ganz plötzlich verdoppelt – und das löst natürlich ein ordentliches Bauchgrummeln aus, bei Industrie und Verbrauchern gleichermaßen. Laut Müller hängt alles am seidenen Faden, genauer gesagt: an der weiteren Dauer des Krieges. Trotz des Preisdrucks sieht er zurzeit keine akute Versorgungsgefahr, das Angebot reiche noch aus. Was mich nachdenklich stimmt (und vermutlich nicht nur mich): Die Speicherfüllstände. Sie dümpeln aktuell bei etwa 22 Prozent herum. Müller hält fest, dass die Herausforderung für den kommenden Winter groß bleibt – und spielt den Ball, ob das fair ist, an die Gashändler zurück: 'Das ist nicht die Aufgabe des Staates.' Es klingt fast, als wolle er daran erinnern, wer in diesem energiewirtschaftlichen Spiel den Hut aufhat. Gleichzeitig klingt da auch ein Fingerzeig an: Versorger sollen ihrer Verantwortung nachkommen, für alle: für die kleinen Haushalte ebenso wie die energiehungrige Industrie. Ob das so glatt funktioniert? Da darf man, mit Verlaub, zweifeln.

Die Bundesnetzagentur äußert wachsende Bedenken hinsichtlich steigender Gaspreise, ausgelöst durch externe politische Entwicklungen – insbesondere den anhaltenden Krieg, der die Märkte massiv verunsichert. Zwar sehen die Experten aktuell keine unmittelbare Gefahr für die Gasversorgung, doch die dramatisch gestiegenen Preise und vergleichsweise niedrigen Speicherstände legen nahe, dass die kommenden Monate und insbesondere der nächste Winter zur Belastungsprobe werden könnten. Müller hebt hervor, dass die Verantwortung für das Auffüllen der Gasspeicher nicht beim Staat, sondern bei den Händlern und Versorgern liegt – doch nach aktuellen Entwicklungen wird deren Aufgabe härter als in ruhigeren Zeiten. Update: Laut neuesten Analysen hat sich die Lage an den internationalen Energiemärkten seit Kriegsbeginn weiter verschärft. Ein Aufschwung bei alternativen Importen, vor allem aus Norwegen und den Niederlanden, entlastet zwar stellenweise, ersetzt aber keine langfristigen Lieferbeziehungen. Zeitgleich diskutieren Politik und Wirtschaft intensiv über mögliche Preisdeckel oder Subventionen, um Verbraucher und Firmen vor den schlimmsten Folgen der Preissprünge zu schützen.

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