„Von der Politik erwarte ich mehr als simple Ideen von Leistungskürzungen. Es geht um die Sicherung guter Gesundheitsversorgung – und darum, dass nicht immer wieder auf unangemessene Weise Geld aus den Gesundheitskassen gezogen wird“, sagte Yasmin Fahimi den Blättern der 'Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft' (Mittwochsausgabe). Sie kritisierte, dass die Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung zwar steigen, die Leistungen aber nicht spürbar besser werden. Aus ihrer Sicht ist es ein Irrweg, Beiträge pauschal abzusenken oder Leistungen einfach zu streichen. Viel dringlicher ist für sie der Blick auf Akteure, die vom System unverhältnismäßig profitieren – etwa Private-Equity-Investoren, die gezielt Krankenhäuser und Arztpraxen aufkaufen, hauptsächlich um Rendite zu erzielen. Solches Vorgehen schade allen Versicherten, betonte Fahimi. „Gesundheitsversorgung sollte keine Goldgrube sein. Es geht darum, ob wir Gewinnmaximierung zulassen wollen – oder hier einen Riegel vorschieben.“ Auch die Aufteilung der Budgets, die Preise für Leistungen und besonders hohe Honorare für Fachärzte müssten auf den Prüfstand. Alles in allem spricht sie sich klar für eine Debatte über die richtige Balance im System aus.
Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, macht sich stark gegen Leistungskürzungen und höhere Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung. Sie richtet den Fokus vor allem auf Investoren, die das Gesundheitssystem für Profite ausschlachten, und verlangt umfassende Reformen im Sinne der Patienten. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die Kritik an finanziellen Interessen – beispielsweise von Private-Equity-Firmen – lauter wird und Sorgen über steigende Eigenanteile für Versicherte präsent bleiben. Zahlreiche Expertinnen und Fachleute argumentieren zudem, dass eine gezielte Strukturreform nötiger wäre als kurzfristiges Sparen, zumal der Trend zur Kommerzialisierung im Gesundheitswesen europaweit zunehmend kritisch gesehen wird. Die Bundesregierung diskutiert derzeit unter anderem auch eine stärkere Regulierung von Investoren und mehr Transparenz bei Abrechnungen, während Sozialverbände vor sozialen Verschärfungen warnen.