Entwicklungsorganisationen schlagen Alarm: Mehr Geld für globale Hilfe gefordert

Über 150 NGOs machen Druck auf die Bundesregierung – sie pochen auf höhere Mittel für Entwicklung und humanitäre Hilfsprogramme im Haushalt 2027.

heute 10:33 Uhr | 4 mal gelesen

Wenn ich ehrlich bin, überrascht es mich fast schon, wie oft diese Forderungen verhallen. Wieder melden sich mehr als 150 Nichtregierungsorganisationen – diesmal koordiniert von One und dem Netzwerk Venro – zu Wort und verlangen deutlich mehr Geld für Entwicklungshilfe sowie humanitäre Einsätze. Denn, so ihr Standpunkt: Ohne frisches Geld droht alles, was in jahrelanger Kleinarbeit erreicht wurde, in sich zusammenzufallen. Und dahinter stecken keine abstrakten Zahlen, sondern Schicksale: Millionen Menschenleben auf dem Spiel. Ganz konkret fordern die NGOs, dass das Bundesentwicklungsministerium 2027 mindestens 11,2 Milliarden Euro bekommt. Gleichzeitig sollen die Mittel für humanitäre Hilfe deutschlandweit auf 2,8 Milliarden Euro wachsen – klingt nach viel, aber global gesehen ist das vermutlich nicht mal das sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Michael Herbst von Venro findet klare Worte: Deutschland – reich, anerkannt, privilegiert – sollte genug Rückgrat zeigen, bei sozialen Investitionen nicht den Rotstift anzusetzen, nur um irgendwo kurzfristig zu sparen. Lisa Ditlmann, die für One spricht, wirkt fast ein wenig resigniert, wenn sie betont, wie absurd es ist, Wege kaputt zu sparen, die tatsächlich nachweislich funktionieren. Die Kindersterblichkeit hat sich halbiert, viele Mädchen haben Chancen auf Bildung bekommen, und doch – eine Haushaltskürzung macht mit einem Federstrich viel von dem zunichte. Fast ein Drittel einer Milliarde Kinder hat aktuell schon keinen Schulzugang, 239 Millionen Menschen sind auf die sprichwörtliche „letzte Hoffnung“ der humanitären Hilfe angewiesen. Das klingt düster, aber vielleicht müssen wir auch mal die unbequemen Fragen stellen – etwa: Wie hoch ist der Preis von Versäumnissen überhaupt?

Mehr als 150 Nichtregierungsorganisationen, koordiniert durch One und Venro, haben die Bundesregierung dazu aufgefordert, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe im kommenden Haushalt 2027 signifikant zu erhöhen. Sie halten weitere Kürzungen für gefährlich, weil dadurch erzielte Erfolge – wie gesunkene Kindersterblichkeit und mehr Bildungschancen für Mädchen – aufs Spiel gesetzt würden. Tatsächlich wäre eine Kürzung der Mittel nicht nur eine nationale, sondern auch eine internationale Hypothek, gerade in einer Zeit, in der die weltweiten Krisen durch Klimawandel, Hunger und bewaffnete Konflikte eher zunehmen als weniger werden. Laut taz liegen aktuell gravierende Belastungen auf der globalen Entwicklung, weswegen sich zahlreiche Organisationen gegen Haushaltskürzungen stellen (Quelle: taz). Die Süddeutsche berichtet, dass Deutschlands internationales Ansehen leiden könnte, sollte Berlin seine bisherige Finanzierung zurückfahren (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Spiegel Online hebt hervor, wie prekär die Lage für Kinder und Gemeinden gerade in Hungerregionen ist, falls Deutschland seine Zusagen nicht einhält (Quelle: Spiegel Online).

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