Auf der Bühne im Wasserburg-Ambiente: Mischa Löwenberg verkörpert Hans, während Deborah Loosli und Sujit Kuruvilla in viele andere Figuren schlüpfen – als würden sie ihre Identitäten mühelos abstreifen wie eine lästige Jacke. Ihre Spiellust springt förmlich auf das Publikum über.
Im Kern dreht sich alles um Hans, der nach sieben Jahren Maloche einen Goldklumpen als Lohn erhält. Doch statt reich nach Hause zu kehren, tauscht er seinen Schatz Etappe für Etappe gegen scheinbar praktischere Dinge – ein Pferd, eine Kuh, eine Gans, ein Schwein – bis am Schluss vom Glanzmaterial nur noch die pure Erfahrung bleibt. Die Reise, die Hans dabei durchläuft, scheut nicht vor leichtfüßigen, humorvollen Wendungen zurück und bleibt trotzdem überraschend tiefgründig.
Das Märchen, herrlich direkt ins heute geholt, lässt uns innehalten: Manchmal liegt das Glück eben nicht im Mehr, sondern ganz unerwartet im Weniger. Die fantasievolle, pointierte Aufführung ist Poesie, Witz und Lebensklugheit zum Anfassen – ein Erlebnis für alle, denen Märchen etwas bedeuten (oder vielleicht gerade denen, die es kaum noch glauben).
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Die Neufassung des Märchens 'Hans im Glück' überzeugt durch eine turbulente, verspielte Umsetzung, die klassischen Charme mit dynamischer, fast schon augenzwinkernder Moderne verbindet. Die Inszenierung entfaltet die Besonderheit, dass sie den Zeitgeist nicht zu großer Ernsthaftigkeit zwingt, sondern Kinder und Erwachsene gleichermaßen zu überraschenden Perspektivwechseln animiert – manchmal findet man echtes Glück eben dort, wo man es nicht sucht und nie erwartet hätte. Die Bearbeitung von Florian Rexer lädt dazu ein, Besitzdenken und Alltagslogik für einen Augenblick zu vergessen und sich der Idee zu öffnen, dass Verlieren manchmal ein echter Gewinn sein kann. In der aktuellen Diskussion über Werte und Konsum zieht dieses Märchen mehr denn je an – ein aufmerksamer, zeitgemäßer Kommentar von der Bühne aus.
Zusätzliche Informationen: Die Aufführung erhält Lob für ihre minimalistische Besetzung – so entstehen mit wenigen Schauspielern ganze Welten, was dem Publikum sehr zugutekommt. Gerüchteweise denkt die Truppe bereits an weitere Märchenbearbeitungen für die kommende Saison; ein genauer Terminplan bleibt abzuwarten.
Aktuelle Ergänzungen aus der Recherche:
- Im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung wird die aktuelle Bedeutung klassischer Märchen im Großstadtalltag diskutiert; 'Hans im Glück' wird dort als mahnendes Beispiel gegen Konsumwahn gewertet. Quelle: Süddeutsche Zeitung
- Die ZEIT berichtet von einem neuen Trend im Kinder- und Jugendtheater, Märchen radikal neu zu deuten und dabei überraschend viel Resonanz bei Familienpublikum zu erhalten. Quelle: Die Zeit
- Auf DW.com findet sich ein Hintergrundbericht zu den Brüdern Grimm und der modernisierten Inszenierung ihrer Stoffe – insbesondere zur Verbindung von Märchenbotschaft und aktuellen Sozialdebatten. Quelle: DW.com