USA – 250 Jahre Unabhängigkeit: Vergangenheit, Identitäten und Gegenwart im Wandel

Anlässlich eines historischen Jubiläums nähert sich ARTE in vier intensiven Dokumentationen der 250-jährigen US-Geschichte und fragt: Wer sind die Vereinigten Staaten nach einem Vierteljahrtausend – und wohin steuern sie?

heute 12:48 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal, wenn ich über die USA nachdenke, frage ich mich, wie viel Mythos eigentlich noch in der Realität steckt. ARTE widmet dem 250. Jubiläum der Unabhängigkeit gleich vier vielschichtige Dokumentationen – online und im TV (ab 27. und 30. Juni, jeweils abends). Alles beginnt mit 'Amerikas Aufbruch in die Freiheit', das die dramatischen Frühjahre aus Sicht der einfachen Leute erzählt, nicht der berühmten Namen. Danach folgt 'America, who are you?', ein zweiteiliges Porträt über Brüche und Sehnsüchte – und wie aus Misstrauen Stolz und Unverständnis wurden. Die zwei Filme 'Trump, no limit' und 'Trump zurück an der Macht' wechseln dann scharf in die Gegenwart: Wirtschaft als geopolitische Waffe, Gesellschaften am Anschlag, Hoffnung im Kohlenland und Entsetzen in Washington. Schon klar, das US-amerikanische Selbstbild ist heute genauso zerrissen wie ehedem. Und während Amerika sein großes Jubiläum feiert, bleibt offen, ob die alten Ideale konkrete Antworten auf aktuelle Krisen liefern können. Zumindest liefert ARTE einen bewegenden, kritischen Kompass zur Geschichte und Gegenwart dieses widersprüchlichen Riesen.

ARTE nimmt zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit mit vier Dokumentarfilmen verschiedene Facetten der amerikanischen Geschichte unter die Lupe – angefangen beim Revolutionskrieg bis hin zum modernen Amerika. Neben Geschichtsbildern und Mythen legt die Reihe einen starken Fokus auf aktuelle politische Brüche, die sich unter Präsident Trump sogar noch verschärft haben. Interessanterweise spalten sich auch in den Reportagen Erwartungen und Ängste: Während konservative Regionen in Trumps Wirtschaftsideen Hoffnung sehen, überwiegen in liberalen Kreisen Skepsis und Sorge – so spiegeln die Filme sehr anschaulich die realen Spaltungen im Land. Weitere Details aus aktuellen Medien: Nach Recherchen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bleibt die US-Gesellschaft auch zum Jubiläumsjahr extrem polarisiert; kulturelle Konfliktlinien und das Erbe von Trump sorgen für Nervosität und mitunter wachsende Protestbewegungen. "Die Zeit" hebt hervor, dass das Jubiläum nicht nur Anlass für Feiern, sondern auch für kritische Reflexion ist – viele Initiativen fordern eine konfrontative Auseinandersetzung mit Rassismus, Kolonialismus und Demokratieverlust. Auf "dw.com" wird ergänzt, dass die globale Beobachtung auf die USA im Jubiläumsjahr besonders intensiv ausfällt: Internationale Stimmen erwarten mehr gesellschaftliche Selbstprüfung und einen stärkeren Fokus auf Menschenrechte.

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