Herzgeräusche gelten als stiller Vorbote für ernstere Herzerkrankungen: Etwas, das sich oft erst im Stress des Alltags, bei lautem Praxisbetrieb oder ängstlichen Vierbeinern unauffällig in den Hintergrund schleicht. Viele Fälle bleiben schlicht überhört. Genau hier kommt die neue Lösung ins Spiel – eine digitale Herzauskultation, gespeist von KI, die die Signale und Befunde in einer App für Veterinär-Teams dechiffriert. Die Besonderheit: Nicht nur werden Töne ausgewertet, sondern akustische Auffälligkeiten direkt visualisiert.
"Unser CANINEBEAT®-Algorithmus bringt frischen Wind ins Diagnosezimmer – jetzt lassen sich frühe Veränderungen am Herzen schon erahnen, wenn der Tierarzt sonst noch keinen Anlass zur Sorge hätte," meint Dr. Erich Schött von Boehringer Ingelheim. Ein typisches Dilemma sei, dass insbesondere zu Beginn viele Hunde überhaupt keine verdächtigen Anzeichen zeigen. Das mache nicht nur die Diagnose schwer, sondern sorge regelmäßig für erklärungsbedürftige Gespräche mit skeptischen Hundehaltern.
Genau deshalb hebt sich das neue KI-Tool ab: Frühere Diagnose, bessere Chancen für die Patienten. Denn knapp jeder zehnte Hund ist irgendwann betroffen – gerade MMVD, die myxomatöse Mitralklappenerkrankung, schlägt hier zu Buche. Diese verbreitete und chronische Klappenschädigung führt oft zu Herzgeräuschen und, wenn sie verschleppt wird, eben auch zu schwerwiegenden Folgen. Über 50 Kardiologen aus aller Welt saßen dafür am Tisch, als Eko Vet+TM weiterentwickelt wurde.
Technisch besteht das System aus drei Teilen, die perfekt zusammenspielen: ein digitales Stethoskop, die App samt CANINEBEAT® AI und eine cloud-basierte Plattform zur optimalen Auswertung.
Die Markteinführung erfolgt Schritt für Schritt: Zuerst in den USA und im Vereinigten Königreich, Deutschland wird im Frühjahr 2026 nachziehen. Weiter Märkte sind laut Unternehmen bereits fest im Blick. Dabei stehen zwei Vertriebsmodelle zur Auswahl – Boehringer Ingelheim und Eko Health liefern die Technik, aber setzen je nach Markt auf unterschiedliche kommerzielle Wege.
Connor Landgraf, CEO von Eko Health, betont: "Die großen Fortschritte, die die KI in der Humanmedizin möglich gemacht hat, können jetzt auch Tierarztpraxen erreichen. Gemeinsam liefern wir Werkzeuge, mit denen Hunde früher und besser behandelt werden können." Persönlich frage ich mich ja, wie viele eingefleischte Tiermediziner der Technik anfangs mit Skepsis begegnen – aber vielleicht überzeugt ja die Kombination aus Praxistauglichkeit, Visualisierung und KI-Insight letztlich auch die größte Analogie-Liebhaberin unter den Tierärzten.
Mit Eko Vet+TM | CANINEBEAT® AI bringen Boehringer Ingelheim und Eko Health eine innovative, KI-basierte Lösung in die Tiermedizin, die Tierärztinnen und Tierärzten dabei hilft, Herzgeräusche bei Hunden schon im Frühstadium zu erkennen. Mehr als 50 internationale Experten aus der Veterinärkardiologie waren an der Entwicklung beteiligt, um insbesondere die frühzeitige Diagnose der häufigen myxomatösen Mitralklappenerkrankung (MMVD) zu erleichtern. Die neue Technologie wird zunächst in den USA und UK eingeführt; Deutschland folgt 2026. Online-Recherchen zeigen, dass die Diskussion um KI-Anwendungen in der Tiermedizin Fahrt aufnimmt: Laut t3n.de wächst der Markt für digitale Diagnostiklösungen stetig; der Einsatz von KI wird dabei als wichtiger Schlüssel für eine individualisierte Tiermedizin gesehen. Auch die gesellschaftliche Erwartung, weiterhin High-Tech-Lösungen für Haustiere zu entwickeln, sorgt für verstärkte Investitionen und trägt dazu bei, das Bild des Veterinärberufs zu wandeln. Der Trend, KI aus der Human- auf die Tiermedizin zu übertragen, wird laut aktuellen Berichten großer Plattformen als strategischer Zukunftspfad bewertet.