SPD knüpft flexible Wochenarbeitszeit an digitale Arbeitszeiterfassung
Tim Klüssendorf, der Generalsekretär der SPD, zeigt sich grundsätzlich offen für eine flexiblere Handhabung der Arbeitszeit – allerdings soll das nur in Kombination mit einer verpflichtenden, digitalen Dokumentation machbar sein. Arbeitnehmerrechte sollen dabei keinesfalls auf der Strecke bleiben.
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Es ist irgendwie typisch: Kaum kommt die Idee auf den Tisch, die tägliche Arbeitszeithöchstgrenze durch eine wöchentliche Lösung abzulösen, stellt die SPD Bedingungen – nachvollziehbar oder nicht. Tim Klüssendorf betont, dass diese Flexibilisierung nur im Doppelpack mit digitaler Zeiterfassung denkbar sei. 'Das gehört für mich zusammen', wiederholt er fast störrisch, als könne man das eine ohne das andere gar nicht zu Ende denken. Der Koalitionsvertrag sieht bereits vor, dass Arbeitszeitregelungen modernisiert werden, und zwar rechtssicher, unbürokratisch und immerhin mit Rücksicht auf kleine Betriebe. Digital dokumentieren ist übrigens mehr als ein nettes Extra, sondern schlicht EU-Pflicht. Der Zweck? Arbeitnehmer sollen vor „Alleingängen der Arbeitgeber“ geschützt werden – so zumindest die Hoffnung von Klüssendorf. Fair ist fair, meint er sinngemäß. Was auffällt: Irgendwie schwingt bei allem Pragmatismus auch ein gewisser Grundskeptizismus mit. Ob das in der Praxis je so glattlaufen wird, wie es auf Papier aussieht? Da darf man zumindest mal Zweifel anmelden.
Der Streit um flexiblere Arbeitszeitmodelle beschäftigt Politik und Wirtschaft in Deutschland seit geraumer Zeit. Während Arbeitgeber mehr Spielraum fordern, bestehen die Sozialdemokraten auf einem klaren Regelwerk, das den technischen Wandel mit sozialen Standards verzahnt – allen voran mit digitaler Zeiterfassung. Gerade angesichts wachsender Flexibilitätsforderungen und der Umsetzung von EU-Richtlinien scheint die Debatte noch lange nicht am Ende; Gewerkschaften warnen vor Missbrauch, Unternehmerverbände fordern pragmatische Lösungen.