Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD, findet, dass solche 'Probereisen' eine wertvolle Chance bieten: Die Betroffenen könnten sich direkt vor Ort ein Bild von den aktuellen Verhältnissen in Syrien machen und einschätzen, ob eine Rückkehr in Frage kommt – etwa wenn es um den Wiederaufbau nach dem Krieg geht. Filiz Polat von den Grünen unterstützt das Anliegen und fordert von der Bundesregierung, solchen Syrern Reisen zu erlauben – dabei müsse der rechtliche Status gesichert bleiben, unabhängig vom Aufenthaltstitel. Sie betont, niemand dürfe deshalb Nachteile riskieren. Auch von der Linken gibt es Zustimmung: Clara Bünger verwies darauf, dass sie schon nach dem Sturz von Assad für diese sogenannten 'Go-and-see-Besuche' plädiert hatte, kritisiert jedoch, dass die Regierung dabei auf der Bremse stehe – während gleichzeitig von konservativer Seite wie Merz die Forderung nach einer massiven Rückkehr von Geflüchteten aufgestellt wird. Bisher riskieren Schutzberechtigte laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weiterhin, durch Reise in die alte Heimat ihren Schutzstatus zu verlieren: Allein 2025 wurden fast 2.600 Widerrufsverfahren eingeleitet, im laufenden Jahr bereits über 700. Wie viele Syrer infolge eines Heimatbesuchs ihren Schutz verloren, wird nicht offiziell erfasst. Gegenwind kommt von der Union: Wer in der Lage sei, zwischen Syrien und Deutschland zu pendeln, könne aus Sicht von Alexander Throm (CDU/CSU) keinen Schutz mehr beanspruchen – ähnlich äußerte sich die AfD.
Die Debatte um Heimatreisen syrischer Geflüchteter spitzt sich zu: SPD, Grüne und Linke plädieren dafür, Probereisen zu erlauben, damit Betroffene eigenständig Optionen ausloten können. Union und AfD halten dagegen: Sie verstehen regelmäßige Reisen als Hinweis darauf, dass keine Verfolgung mehr vorliegt und der Schutzstatus entfallen müsse. Auffällig: Die tatsächlichen Folgen – also wie viele ihren Status verlieren – werden gar nicht offiziell dokumentiert. – Ergänzend zeigen neue Berichte: Laut Recherchen von 'Spiegel' und 'Zeit' bewerten Experten die Lage in Syrien weiterhin als angespannt, regional unterschiedlich, jedoch mit ersten Rückkehr-Initiativen unter strengen Bedingungen. Das Auswärtige Amt sieht Syrien nach wie vor nicht als sicheres Herkunftsland: Die Gefahr der politischen Repression und menschenunwürdiger Lebensumstände bestehen fort. Gleichzeitig gibt es gesellschaftlich eine lebhafte Debatte über die soziale Integration von Geflüchteten und die Frage, wie freiwillige Rückkehr realistischer gefördert werden kann.