Noch am Tag zuvor, um ehrlich zu sein, fühlte sich Tanken fast wie ein Griff in die eigene Brieftasche an – bei Diesel standen durchschnittlich 2,20 Euro pro Liter auf der Anzeige, Super E10 kratzte an der 2,11-Euro-Marke. Heute morgen war davon nur noch bedingt etwas zu spüren: Diesel gab es bundesweit im Mittel für rund 2,07 Euro pro Liter, Benzin (Super E10) lag bei 1,98 Euro. Macht grob 13 Cent weniger – nicht gerade berauschend, wenn man den gesamten Tankrabatt bedenkt. Offenbar setzt sich der morgendliche Preisrückgang wie auf Schienen fort.
Die Hintergründe sind durchaus bekannt, aber irgendwie klingt es abstrakt: Der Staat verzichtet vorübergehend auf einen Batzen Energiesteuern – pro Liter Diesel und Benzin müssen Händler 14,04 Cent weniger abgeben. Mit wegfallender Mehrwertsteuer summiert sich das Ganze rechnerisch auf 16,7 Cent Ersparnis pro Liter Sprit. Für Verbraucher bedeutet das aber eben nicht automatisch einen identischen Preisnachlass an den Zapfsäulen. Denn wie so oft gibt der Markt nur bedingt weiter, was an Steuersenkungen eingespart wird. Vielleicht setzt noch etwas Verzögerung ein, vielleicht bleibt auch ein Teil bei den Tankstellen bzw. Zwischenhändlern hängen. Zwei Monate soll diese Maßnahme laufen. Der deutschen Staatskasse tut das weh: Rund 1,6 Milliarden Euro fehlen damit im Haushalt. Die spannende, zugegeben etwas zynische, Frage ist: Wird das Preisniveau sich weiter nach unten bewegen? Oder war das, was wir gerade beobachten, bereits das meiste?
Die aktuellen Preisentwicklungen an deutschen Tankstellen zeigen einen spürbaren Rückgang seit dem 1. Mai – ausgelöst durch eine staatliche Steuersenkung auf Kraftstoffe, die für zunächst zwei Monate gilt. Während die groß angekündigten Rabatte teils nur abgeschwächt an die Endkunden weitergegeben werden, profitieren Verbraucher zumindest kurzfristig von niedrigeren Preisen, auch wenn Unklarheit darüber besteht, ob sich das Niveau weiter senken wird oder der Effekt bereits verpufft. Verschiedene Medien vermerken zudem, dass die Entwicklung an den Zapfsäulen nicht exakt dem steuerlichen Vorteil entspricht, teilweise auch wegen Lagerbeständen und Marktdynamiken.