Manchmal sind die Zahlen sprechender als jedes Schlagwort. Wieder werfen einige Bundesländer einen ersten Blick auf die Preisentwicklung im vergangenen Monat – und was sie diesmal zeigen, ist, ehrlich gesagt, nicht gerade beruhigend. Nordrhein-Westfalen, das Schwergewicht unter den Ländern, tritt auf der Stelle: Die Inflationsrate verharrt genau wie im März bei 2,7 Prozent. Anders schaut es im Süden aus: In Bayern und Baden-Württemberg steigt die Inflationsrate hauchzart um einen Zehntel-Prozentpunkt und liegt damit bei 2,9 beziehungsweise 2,6 Prozent. Sachsen-Anhalt hingegen erlebt einen markanteren Sprung von 2,6 auf 3,1 Prozent. In Niedersachsen und Berlin sieht es ähnlich aus: Dort stieg die Teuerung jeweils um 0,4 Prozentpunkte (nun 3,0 und 2,9 Prozent). Gänzlich einheitlich ist das Bild allerdings nicht. Denn in Hessen lässt die Inflation minimal nach – von 2,9 auf jetzt 2,8 Prozent. Ungewöhnlich vielleicht, aber keine Ausnahme: Rheinland-Pfalz verzeichnet laut aktuellem Stand einen noch deutlicheren Rückgang und landet bei 2,7 Prozent (vorher: 2,9). Das Statistische Bundesamt veröffentlicht erst am Nachmittag eine vorläufige bundesweite Schätzung, meistens pünktlich um 14 Uhr. Laut Länderwerten ist mit einer minimalen Steigerung auf etwa 2,8 Prozent zu rechnen. Doch verändern sich die Werte später kaum noch. Ende des Monats sind die finalen Zahlen da, bis dahin pendeln die Erwartungen.
Die Inflationsrate in Deutschland ist im April 2024 im bundesweiten Trend leicht angestiegen, angetrieben vor allem durch Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und Dienstleistungen. Während einzelne Bundesländer wie Sachsen-Anhalt und Niedersachsen stärkere Anstiege melden, bleibt das Niveau in Nordrhein-Westfalen stabil und in Hessen sowie Rheinland-Pfalz gab es sogar einen leichten Rückgang. Experten diskutieren, ob die Entwicklung auf anhaltende Lieferengpässe, gestiegene Lohnkosten oder Sondereffekte wie die Rücknahme von Entlastungsmaßnahmen zurückgeht. Neuere Berichte sprechen zudem davon, dass Verbraucher ihre Kaufgewohnheiten ändern und mehr auf Sonderangebote achten.
Zusätzlich weisen aktuelle Analysen darauf hin, dass sich der Preisdruck im Euroraum insgesamt etwas abschwächt, während in Deutschland die Diskussionen über den erwarteten Zinspfad der EZB entsprechend an Fahrt aufnehmen. Manche Wirtschaftsforschungsinstitute betonen, dass auch geopolitische Spannungen und volatile Energiepreise für Unsicherheiten sorgen.